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Nina Blazon – Faunblut

„Seine Haut roch nach Wald und Winter. Nach Moosen und Farn, und ein wenig auch nach Schnee. Es war ein Duft, der sie schwindelig machte und verwirrte.
Jade und Faun – die Geschichte einer unmöglichen Liebe in einer Stadt am Rande der Zeit.“

Nina Blazon - Faunblut

   Titel: Faunblut
   Autor: Nina Blazon
   Format: Taschenbuch (Broschur)
   Seiten: 496
   Herausgeber: cbt HC
   Erschienen am: 08. Dezember 2010
   ISBN: ISBN: 978-3-570-30708-3
   Preis: € 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)

   Teil einer Reihe? Nein

Inhalt
Vereinfacht gesagt, durchaus sympathisches und charakterlich gar nicht so oberflächliches Stadtmädchen verguckt sich in mysteriösen Fremden aus dem weit entfernten Landesinneren (daher der Waldgeruch a la Duftbaum im Auto), wundert sich darüber, dass ihr bester Freund das nicht so toll findet und gerät nebenbei in die Rebellion gegen die Herrscherin der Stadt hinein, in der sie beim großen Finale selbstredend eine tragende Rolle einnimmt. Am Ende ist alles gut.

Rezension
Zugegeben der Buchinhalt hatte von Beginn an die schwere Hypothek des unfassbar nichtssagenden Klappentextes zu tragen, der mich genauso schwindelig machte, wie Fauns angeblicher Geruch, und gepaart mit einem pseudo-romantischen Cover, dessen Bezug zum Inhalt mir noch nicht ganz aufgegangen ist, irgendwie „Achtung, übertriebene Twilight-Romantik!“ schrie. Auch der innere Klappentext trug nicht unbedingt zu neuen Erkenntnissen bei, außer dass man nach dem Lesen des Buches zur Erkenntnis gelangte, dass mal wieder maßlos dick aufgetragen wurde.
Liebe wider jede Vernunft . . . Wenn Liebe irgendwann einmal zu vernünftigen Handlungen führt, mach ich drei Kreuze im Kalender.
Es geht auch keine Welt unter, sondern nur die Herrschaft eines Einzelnen. Was für den Einzelnen durchaus den Weltuntergang bedeuten kann, das will ich nicht abstreiten.
Und was genau die Metropole am Rande der Zeit so besonders macht, bleibt Blazon dem Leser auch schuldig. Es fällt ohnehin schon sehr schwer, das Setting einzuordnen, da fehlende Beschreibungen den Leser vollkommen auf sich allein gestellt lassen. In der fiktiven Welt (natürlich ohne Namen) gibt es Technik wie Aufzüge, motorisierte Boote, Turbinen für die Wasserversorgung, mechanische Waffen. Dies wirkt auf der einen Seite modern und lässt auch Urban-Fantasy-Züge schließen. Auf der anderen Seite gehen die Häscher der Herrscherin mit Hunden und zu Fuß auf die Jagd, es gibt Gladiatorenkämpfen ähnliche Tierspiele mit denen sich der Adel vergnügt und die Gesellschaftsordnung ist auch eher mittelalterlich denn fortschrittlich. Ich weiß bis heute nicht, in welcher Umgebung sich die Handlung bewegt und dies trug noch mehr dazu bei, dass ich mit dem Buch nichts anfangen konnte. Wenn man sich dazu entschließt eine Handlung in eine fiktive Welt zu verlagern, muss man konsequenterweise auch dafür sorgen, dass der Leser sich darin zurechtfindet.

Kurzum: Alles an diesem Buch ist simpel und rudimentär gestrickt. Der Schreibstil ist oberflächlich und die Charaktere entsprechend aufs junge weibliche Publikum zugeschnitten. Bei der Protagonistin hier ein bisschen romantisches Schmachten, dort ein bisschen Emanzipation, gewürzt mit einer Brise Ich-steht-zwischen-zwei-Jünglingen. Die anderen Charaktere bleiben gänzlich flach und ohne Kontur. Es ist nicht unerträglich, aber nichtssagend. Es berührt mich nicht, sagt mir nichts, gibt mir nichts.
Es scheint so als könne das Buch sich selbst nicht entscheiden, ob es denn Schmachtwerk oder die Geschichte eines Mädchens an der Schwelle zum Erwachsenwerden ist. Ein Mädchen, das sein Leben selbst bestimmen will, das sich nicht länger der Willkür einer despotischen Herrscherin unterwerfen möchte. Ein Mädchen, das durchaus mutig ist und für seine Ideale eintritt. Dieser Teil der Handlung gäbe so viel her, wenn er nicht durch die Liebesduselei zu Faun übertüncht würde.
Ich würde gerne noch etwas Nettes sagen und es gibt bestimmt auch die ein oder andere Sache, die man positiv hervorheben könnte. Mir ist aber nahezu nichts in Erinnerung geblieben, mit dem ich etwas anfangen könnte. Letztlich kann ich nicht sagen, ob das Buch gut oder schlecht ist. Ich finde durch die fehlende Hülle in Form von Beschreibung der Szenerie und das ausgeleierte Anschmachten des Schönlings einfach der Zugang zur Handlung.

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