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Simon Beckett – Kalte Asche

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod
 
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in dem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa sieht, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord …

   Titel: Kalte Asche
   Autor: Simon Beckett
   Format/Seiten: Taschenbuch, 640 Seiten
   Herausgeber: rororo
   Erschienen: 01. September 2011
   ISBN: 978-3-499-25647-9
   Preis: € (D) 10,00

   Teil einer Reihe?   2. Fall von David Hunter

 

Rezension

Oh was ist denn das? Man spendiert uns einen Klappentext. Ich bin begeistert – und auch vom Roman selbst bin ich mehr begeistert als von seinem Vorgänger Die Chemie des Todes. David Hunter ist also zurück, lebt mit Jenny, seiner Bekanntschaft aus Roman 1, in London und hetzt als Experte in forensischer Antropologie noch immer von Leiche zu Leiche. Es könnte alles gut sein, doch in der Beziehung mit Jenny kriselt es, weil Hunters Beruf für ihn eher eine Berufung zu sein scheint, hinter der das Privatleben zurückstecken muss. So auch zu Beginn von „Kalte Asche“. Beim Lesen sind mir einige Dinge aufgefallen, die sehr an Setting und Handlung des ersten Romans erinnern. Am besten in Erinnerung ist mir gebleiben: Eine einsame Insel ersetzt das Provinzdörfchen, ansonsten ist die Gemeinschaft ähnlich isoliert und verschworen wie in „Die Chemie des Todes“. Da könnte man jetzt mangelne Kreativität kritisieren, ich empfand es allerdings nicht als derartig einfallslos, dass man viel herumkritteln muss.
 
Auch Hunters Charakter kommt ein wenig homogener, glaubwürdiger und nicht gaz so einfältig rüber. Immerhin braucht Hunter dieses Mal knapp 100 Seiten um seine erste Dummheit zu begehen. Mitten in der Nacht auf dem Weg durch ein Moor mit dem Auto in den Graben fahren, kein Handy dabei haben und natürlich auch keine Taschenlampe. Statt einfach im Auto zu übernachten, geht man natürlich zu Fuß weiter, kugelt sich die Schulter aus und kämpft sich unter Schmerzen quer durch das Sumpfland. Würde jeder von uns genauso machen…
Ebenso wie dem vermeintlichen Mörder zu offenbaren, dass man ihn entlarvt hat. Während man am Rande einer Klippe steht. Von der mindestens eine Romanfigur schon einmal geworfen wurde. Man muss Hunter jedoch zu Gute halten, dass er wenigstens relativ schnell bemerkt, dass dieser Ort vieleicht nicht perfekt gewählt war.
Aber diese Kleinigkeiten sind im Gegensatz zum großen Manko des Romans fast zu vernachlässigen.
 
Dieses Ende gehört verboten. Dass die gesamte Auflösung des Falls eher übertrieben und künstlich konstruiert wirkt, kann man vielleicht noch verzeihen. Mehrmals hintereinander wird ein vermeintlicher Täter präsentiert, der es dann aber doch nicht war. Ätsch Leser, veräppelt!
Das Ganze gipfelt dann jedoch im unerhörten letzten Kapitel, das mit einem Cliffhanger fiesester Sorte endet – im Folgeroman wird dieser Cliffhanger übrigens in ein paar Nebensetzen aufgelöst (diesen Eindruck hatte ich jedenfalls beim kurzen Anlesen). Diese ganze Sache ist derart aus der Luft gegriffen, dass man als Leser nur mit dem Kopf schütteln kann. Geistig schon fast mit dem Roman abgeschlossen, bekommt man noch einmal einen solchen Aufreger aufgetischt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass dies nur darauf abzielte, dass man sich den Folgeroman auch anschafft. Nicht, dass dies nötig wäre, denn „Kalte Asche“ ließ schon während des Lesens Hoffnung aufkeimen, dass die Enttäuschung über „Die Chemie des Todes“ sich nicht wiederholen würde. Und wenn Beckett sich tatsächlich mit jedem Roman steigert, wird man natürlich auch „Leichenblässe“ noch lesen.
 
Abschließend fand ich „Kalte Asche“ eigentlich gut, wenn auch nicht überragend. Der Roman hätte auch 4 Sterne bekommen, aber für dieses Ende kann man diese Wertung einfach nicht geben. Grundsätzlich stellte der 2. Roman aus der Hunter-Reihe jedoch definitiv eine Steigerung dar. Es lässt mich für Teil 3 hoffen…GO, David!

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2 thoughts on “Simon Beckett – Kalte Asche”

  1. Werd ihn auch bald lesen, mal sehen ob ich es auch so sehe 😉 Wenn du nichts verrätst machst du mich neugierig 😀 Irgendwie kann ich mich auch nicht entscheiden ob ich gespoilert werden will oder nicht… Grmpf.

    Fängste denn bald auch mit den Fitzek’s an 😛

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