Challenge

10 Filme – 1 Stadt

Ein wenig verspätet hier nun auch meine 10 Filme zur gesuchten Stadt. Pro Forma die Auflösung: Natürlich handelt es sich bei der gesuchten Stadt um Paris – die Stadt an der Seine, die Stadt der Liebe und des guten Essens. Des Weiteren fand eine der ersten Filmvorführungen in Paris statt – im Jahre 1895 präsentierten die Gebrüder Lumière der Welt ihren Cinématographen und läuteten die Ära des „bewegten Bildes“ ein. Eine Liste von weiteren Filmen, die in Paris spielen oder gdreht wurden, könnt ihr hier finden.

1. From Paris with Love – der Kultregisseur

Kein Knaller-Film, obwohl viel rumgeknallt wird. Paris selbst spielt kein große Rolle, allerdings fand ich die Wahl der Stadt insofern interessant, da sie typischerweise kein Schauplatz für politisches Rumgeplänkel und Anti-Terror-Ambitionen der CIA ist. Regie führte zudem Luc Besson (Léon – Der Profi, Das Fünfte Element, Taxi, Transporter) – der in seiner Person den Widerspruch zwischen dem Stereotyp Franzose und dem Action-Filmemacher zur Perfektion führt. Schade, dass Taxi in Marseille spielt und nicht in Paris xD Und wenn dies alles nicht überzeugt – at least there is a „PARIS“ in the name of the movie 😉

2. Final Destination – die Sprachbarriere

Flug 180 – Destination Paris. Der Film basiert lose auf einem tatsächlichen Flugzeugabsturz mit dem Zielflughafen Charles DeGaulle in Paris. Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass der Teenie-Slasher Kultstatus besitzt. Es hätte für den Film selbst zwar auch keinen Unterschied gemacht, wenn eine andere Stadt das Ziel gewesen wäre. Allerdings hätten wir dann auf Zitate wie „Ich hab den Scheiß Französisch Unterricht sowieso gehasst!“ oder „Qu’est-ce que c’est?! The fuckin‘ plane’s gonna explode!“ verzichten müssen. Lang lebe die Lingua Franca – Franzosen, rüpft derweil ruhig weiter die Nase.

3. Das Parfum – Paris, das vorrevolutionäre Pulverfass

Der Protagonist der Bestsellerverfilmung wird 1738 auf den Pariser Fischmarkt geboren, muss später im stinkenden Gerberslum arbeiten und kommt in seiner Zeit als Parfümeur-Lehrling schließlich mit der Pariser Oberschicht in Berührung.  Die Kindheit und Jugend in den Elendsvierteln der Stadt stellen die entscheidenden Weichen für den Lebensweg, den der zukünftige Mörder beschreitet. Doch Paris ist nicht nur wichtig für die Charakterentwicklung im Buch, sondern auch die tatsächliche historische Bedeutung der Stadt zeigt sich deutlich. Nirgens in Europas lagen zu dieser Zeit Elend und Dekadenz so dicht beieinander. Bei diesen sozialen Missständen kein Wunder, dass gerade in Paris jene Revolution begann, die den ganzen Kontinent veränderte.

4. Les Miserablés – „Auf die Barrikaden gehen“

Und weiter gehts mit der Revolution. In Hugos Literaturklassiker, dem zugehörigen Musical und den zahlreichen Verfilmungen, von denen die letzte noch gut in der Erinnerung sein dürfte, zeigt sich, dass der Franzose deutlich zu machen weiß, wenn ihm etwas nicht passt. Er versteht sich bestens aufs „Auf die Barrikaden gehen“ – (die Verteidigungsstrategie beim Juniaufstand 1832) ist heute noch ein geflügelter Begriff. In Anbetracht der frazösischen Protestkultur in Vergangenheit und Gegenwart kann der gemeine Deutsche da nur vor Neid erblassen.
Neben dem Revoltieren bekommt man jedoch auch ein paar Pariser Wahrzeichen zu sehen. So lenkt die schick animierte Kulisse von Notre Dame beim Lied „Stars“ glücklicherweise von Russel Crowes dünnem Stimmchen ab. Heimlicher Held unter den Sehenswürdigkeiten ist  der Bastille-Elefant, in dem der Jungrevolutionär Gavrouche sein „Lager“ aufgeschlagen hat.  Nachdem man in den Jahren nach 1789 die eigentliche Bastille-Festung abgetragen hatte, suchte man nach einer Verwendung für den freien Platz. Napoleon plante eine 24 Meter hohe Bronzestatue in Form eines Elefanten, gereicht hat es nur für eine Konstruktion aus Holz und Gips, in der sich alsbald die Ratten einnisteten und die 1846 schließlich wieder demontiert wurde. Für den Film von 2012 hat man am Greenwicher Set eine immerhin 12 Meter hohe Replik gebaut.

5. Moulin Rouge! – Der Elefant und die rote Mühle

Wer sich jetzt denkt…Moment, Paris, Elefant, das kommt mir doch so bekannt vor…Richtig! Auch in Baz Luhrmanns Musicalfilm gibt es einen Elefanten – dieser ist allerdings die Gardarobe/der Schuhschrank/das Schlafzimmer des weiblichen Hauptcharakters. Nicht nur, dass dieser Elefant über und über mit Kitsch vollgestopft ist, der Kitsch setzt sich auch auf dem Rücken des sanften Riesen fort – wenn Ewan McGregor und Nicole Kidman ihr „Elephant Love Medley“ anstimmen. Oder auf einer Wolke um den EIfelturm herumtanzen, während der Mond singt. Und ja, wir Frauen mögen so was, Männer, da müsst ihr durch!
Zum Moulin Rouge selbst muss man denke ich wenig sagen. Das Establishment mit der roten Mühle auf dem Dach ist weltbekannt und gehört zu Paris, wie der Eifelturm und Notre Dame. Und wo sollte der Film mit einer der schönsten Liebesgeschichten überhaupt sonst spielen, wenn nicht in Paris, der Stadt der Liebe?

6. Hugo Cabret – Paris von oben

Eine wirklich wichtige Bedeutung hat die Stadt für die Handlung des Filmes nicht. Allerdings bekommt man den Eiffelturm einmal aus einer völlig anderem Perspektive zu Gesicht (vom Dach des Bahnhofsgebäudes aus) und die Optik des Films tut ihr Übriges dazu, dass man denkt „Wow, so hab ich das alles noch nie vorher gesehen“. Ähnlich auch bei Notre Dame, das häufig nur als Silhouette im Hintergrund erscheint, aber trotzdem sehr präset wirkt. Und nicht zuletzt ein kleiner Friedhof, der als abgespeckte Variante des Friedhofes vom „Phantom der Oper“ daherkommt und so aussieht, als könne er genau so in irgendeinem verwunschenen Winkel von Paris tatsächlich existieren.

7. Das Phantom der Oper (2004) –  Opéra Garnier und Pariser Friedhöfe

Eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, basierend auf dem Zeitungs-Roman von  Gaston Leroux und ebenso dutzende Male verfilmt. Handlungsort ist die Pariser Oper (Opéra Garnier) und auch hier stand die Realität wieder Pate für die Fiktion. Auf einem alten Wasserspeicher errichtet, drangen während der ersten Aufführungen seltsame Geräusche ans Ohr der Zuhörer.  1896 kam es zu einem bis heute ungeklärten Unfall, bei dem der Kronleuchter eine Besucherin erschlug. Schon bald war der Mythos vom „Operngeist“ geboren, den Leroux für seinen Roman aufgriff. In der Verfilmung von 2004 wird die Oper selbst sehr realitätsnah dargestellt (Außenfassade, Treppenhaus). Zu einem der Höhepunkte des Films gehört sicherlich auch Christines Besuch am Grab ihres Vaters. Das Szenenbild ist zwar fiktiv und die Szene in einem Londoner Studio angedreht, man würde sich allerdings auch nicht wundern, wenn es tatächlich der Realität auf einem der großen und berühmten Pariser Friedhöfe (Montmartre, Montparnasse, Père-Lachaise) entspräche. Neben Chopin, Edith Piaf, Jim Morrison (Père-Lachaise) oder Heinrich Heine (Montmarte) sind auf diesen Friedhöfen zahlreiche weitere berühmte Persönlichkeiten begraben.

8. Sakrileg: The Da Vinci Code – der Louvre

Ja, der nicht das Louvre. Diese Verwechslung würde von den Parisern wohl als größeres Sakrileg angesehen werden, als die Verschwörungsstory um Maria Magdalena. Der Franzose hat einen Sinn für das Schöne und das Schönste hat er im drittgrößten Museum der Welt unter einem Dach vereint. Der Film beginnt mit einer Verfolgungsjagd durch den nächtliche Louvre gepaart mit fratzenhaften Bildausschnitten der dortigen Gemälde. Und er endet auch wieder beim berühmten Pariser Wahrzeichen, als Langdon begreift, dass das Grab von Maria Magdalena unter dem Louvre liegen muss. Diese Szene gehört zu den besten, die ich jemals im Kino gesehen habe. Gänsehaut pur!

9. Ratatouille – Gourmet-Freuden

Was spöttelt man nicht immer über das Essverhalten der Franzosen. Froschschenkel, Baguette und Rotwein. Dabei wurde die französische Nationalküche 2010 ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen – ob es daran liegt, dass die UNESCO ihren Sitz in Paris hat? Dass die Haute Cuisine neben der Gaumenfreude auch Liebe und Leidenschaft bietet, beweist uns die kleine Feinschmecker-Ratte in diesem Film. Einfach herrlich, wie Ratte Remy mit einer Möhre im Arm ein Tänzchen hinlegt, im Hintergrund natürlich der Eiffelturm. Obwohl es sich um einen Animationsfilm handelt, empfiehlt der Küchenchef: Platznehmen und Bon Appetit!

10. Der Glöckner von Notre Dame (Disney)

Wenn ich schon einen Animationsfilm weiterempfehle, muss auch ein alter Disney-Klassiker dabei sein. „Der Glöckner von Notre Dame“ (wie „Les Miserablès“ ebenfalls der Feder von Victor Hugo entsprungen) gehört nicht nur zu den Literaturklassikern, sondern wurde auch in zahlreichen erfolgreichen Filmen auf die Leinwand gebracht. Für die Disney-Version habe ich mich wegen der Kombination aus epischer Musik und grandiosen Bildern entschieden. Das Farbenspiel der Rosetten, die mystischen Wasserspeier. Quasimodo, wie er sich geschickt zwischen den Glocken hindurch hangelt, „Hoch über der Welt“ herumbalanciert und die Regenrinnen hinabgleitet. Wunderschöne Bilder, die bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben. Die Kirche selbst spielt fast eine größere Rolle als die Charaktere selbst. Und sie ist nicht umsonst ein Wahrzeichen von Paris. Nicht nur Napoleon krönte sich hier selbst zum Kaiser, es wird auch vermutet, dass die für die Gotik so typische Strebenbauweise in Notre Dame etabliert wurde. In jedem Fall zählt „Unsere Dame von Paris“ zu einer der schönsten Kirchen der Welt. Die im Film viel besungenen „Glocken Notre Dames“ haben in diesem Jahr eine Frischzellenkur erhalten. 8 neue Glocken wurden im Februar geweiht – und läuteten zum ersten Mal vor zwei Tagen am Palmsonntag.

11. G.I. Joe: Geheimakte Cobra – Der Stich ins Herz des Franzosen

Ein Letztes gehört jedoch noch dazu. Quasi, der Sonderpreis für die größte Geschmacklosigkeit einem französischen Wahrzeichen gegenüber. Ich weiß, es sollten eigentlich nur 10 Filme sein, aber ich konnte nicht widerstehen. Indiskutabel, dass es sich um einen Film handelt, der außer Technik-Spielerei (und Channing Tatum) wenig zu bieten hat. Dafür hat die Verfolgungsjagd durch die Straßen von Paris (inclusive Metro-Crash und so vielen kaputten Autos, dass die einstmals marodierenden Horden aus den Vororten wohl nur anerkennend nicken können) doch durchaus Unterhaltungswert. Und liebe Pariser, tröstet euch. In Teil 2 der „G.I Joe“-Reihe ergeht es euren speziellen Freunden von der Insel mit dem Wahrzeichen ihrer Stadt auch nicht anders als euch mit eurem Eiffelturm.

Nachdem ich nun meine 10 Filme vorgestellt habe, möchte ich mich bei Carina und Lars für die Teilnahme an der Challange bedanken. Ihre „Pariser“ findet ihr hier.
Derweil mache ich mich an die Vorbereitungen für die nächste „10 Filme – 1 Stadt“-Challenge. Man darf gespannt bleiben^^

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s