Books, Challenge, English

let’s get classic # 1: Iriving – The Legend of Sleepy Hollow

   Titel: The Legend of Sleepy Hollow
   Autor: Washington Irving
   Art: Kurzgeschichte
   Sprache: Englisch
   Erschienen: 1820

   Format/Seiten: eBook, 36 Seiten
   Quelle: feedbooks.com
   Preis: kostenlos

   

„Die Legende von Sleepy Hollow“ ist fest im amerikanischen Bewusstsein verankert. Wo die historischen Wurzeln liegen und die Fiktion von Washington Irving beginnt, lässt sich wohl nur schwer sagen. Fakt ist, dass Irvings Kurzgeschichte, die 1820 als Teil einer ganzen Sammlung von Geschichten erstmals erschient, noch heute zum Pflichtprogramm an amerikanischen Schulen gehört. Was ich persönlich überhaupt nicht verstehen kann, aber vielleicht müsste ich dazu Amerikanerin sein.

Die Kurzgeschichte spielt in Tarry Town, einem kleinen Örtchen niederländischer Einwanderer. Die Bevölkerung ist recht abergläubisch, zu jedem halbwegs gruseligen Platz in der Umgebung gibt es dutzende Schauergeschichten. Auch die vom „Kopflosen Reiter“, der im Tal von Sleepy Hollow sein Unwesen treiben soll. Als der Schulmeister von Tarry Town, Ichabod Crane, nach einer Feierlichkeit auf dem Heimweg ist, wird er von einem Reiter ohne Kopf verfolgt und angegriffen. Vom nächsten Tag an bleibt der Schulmeister verschwunden. Abraham „Brom Bones“ Van Brunt, mit dem Crane um die Hand der Farmerstochter Kartina Van Tassel konkurrierte, heiratet die junge Frau schließlich. Dem Leser wird dabei klar, dass es sich bei dem kopflosen Reiter um den verkleideten Brom gehandelt haben muss, der Crane aus Tarry Town vertreiben wollte, um Katrina heiraten zu können.

Was sich so erst einmal recht spannend anhört ist in Wahrheit unfassbar dröge. Die Handlung wird aus der Perspektive eines unbekanten Erzählers geschildert, wobei man vermuten kann, dass es sich um Irving selbst handelt. Reale Orte und Geschichte werden mit der fiktiven Geschichte um Crane verwoben. Und dieser Erzähler plaudert aus dem Nähkästchen amerikanischer Siedlungsgeschichte, beschreibt in blumiger Hingabe Landschaft, Strauch und Baum, und ab und zu gibts die Erwähnung der ein oder andere Schauermär (hier spukt ein alter Medizinmann, hier hat man diesen und jenen gehängt). Allerdings ist nicht einmal dies spannend oder gar gruselig.

Hat man sich als Leser durch diese endlosen Aufzählungen gekämpft, ist man nicht etwa erlöst, es folgen Beschreibungen von Cranes Charakter, was er so den ganzen Tag treibt und dass er ein Problem damit hat Frauen anzusprechen- und allmählich fragt man sich, wann denn endlich einmal Handlung einsetzt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass Irving sich in seiner eigenen Detailverliebtheit verirrt hat und allein nicht wieder herausfindet. Am Ende hat man als Leser dann die späte Erkenntnis, dass es sich bei „The Legend of Sleepy Hollow“ weniger um eine Gruselgeschichte handelt, sondern die Charakterstudie eines Mannes, der leider keinen Erfolg beim Werben um seine Angebetete hat, weil er von seinem Konkurrenten auf fieseste Weise ausgestochen wird. Selbst Cranes Verschwinden wird von Irving völlig entzaubert. Die Geschichte endet nicht mit einem gruseligen „…und es ward nie wieder etwas von ihm gehört“. Ein Farmer findet heraus, dass er Sleepy Hollow einfach nur verlassen hat, um wo anders sein Glück zu finden.

Ich kann der ganzen Geschichte leider nichts abgewinnen, vielleicht war ich auch zu sehr beeinflusst von Tim Burtons Verfilmung. Ein bisschen hat man bei der Kurzgeschichte den Eindruck, hier kommt der total kluge, aufgeklärte Erzähler aus der Stadt und will mit seinen Schilderungen zeigen, wie dümmlich, abergläubisch und leicht manipulierbar die ländliche Bevölkerung ist. Das beschert dem Leser allerdigs keine Unterhaltung oder irgendeine tiefgründige Erkenntnis oder gibt ihm wenigstens den ein oder anderen nützlichen historischen Fakt mit auf den Weg – diese Kurzgeschichte langweilt einfach. Mich zumindest.

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