Books, Challenge, Challenges

Royce Buckingham – Dämliche Dämonen

In diesem Haus ist die Hölle los!

Nathan Grimlock hat von seinem Pflegevater eine undankbare Aufgabe geerbt: Er muss ein Haus voller Dämonen hüten und verhindern, dass seine nervtötenden Schützlinge überall Chaos verbreiten – vor allem das TIER, das tief unten im Keller haust, darf auf gar keinen Fall entkommen! Eines Tages jedoch geschieht die Katastrophe: Das TIER bricht aus. Und es hat großen Hunger auf Menschenfleisch. Doch als ob das nicht schon schlimm genug wäre, halten es ein paar der Dämonen für Ehrensache, Nathan zu helfen, das Monster wieder einzufangen – ob ihr Hüter es nun will oder nicht …

   Titel: Dämliche Dämonen
   Autor: Royce Buckingham
   Format/Seiten: Taschenbuch, 256 Seiten
   Herausgeber: Blanvalet
   Erschienen: 12. Oktober 2009
   ISBN: 978-3-442-26574-9
   Preis: € 7,95 [D] | € 8,20 [A] | CHF 11,90

   Teil einer Reihe?   Mürrische Monster, Fiese Finsterlinge

 

Rezension

Ich bin lange Zeit in diversen Buchhandlungen um dieses Buch herumgeschlichen und habe überlegt, ob ich es mir kaufen soll oder nicht. Als sich mir die Gelegenheit geboten hat, es günstig zu erwerben, hab ich dann auch zugeschlagen. Schließlich sah es ja so ganz nett und knuddelig aus, die Story versprach kurzweilige Unterhaltung und ein fluffiges Dämonen-Daumenkino im Buchinneren gabs auch noch dazu. Um es gleich vorneweg zu nehmen, eben jenes Daumenkino ist traurigerweise auch gleichzeitig fast das einzige, das an diesem Buch toll ist.

Versprochen habe ich mir von „Dämliche Dämonen“ etwas, das das von Humor und Stil mit den Scheibenwelt-Romanen vergleichbar ist oder mit „Ein gutes Omen“ von Pratchett und Gaiman. Vielleicht war die Erwartung dahingehend zu hoch, vielleicht zeigt Buckinghams Roman aber auch einfach, dass Humor gelernt sein will, dass es eben nicht reicht, mit lustigem Cover und einigen lustigen Ideen zu kommen, die aber dann in der Umsetzung scheitern.

„Dämliche Dämonen“ – dieser Roman ist tatsächlich eher dämlich, denn unterhaltsam.  Eigentlich kann man die erdachten Figuren gar nicht erst als Charakter betiteln – denn sie haben keinen. Sie existieren als leere Hüllen, quasi als Alibi – ohne Figuren funktioniert ein Roman halt nicht. Man wird beim Lesen ebenso das Gefühl nicht los, dass es gar nicht darum geht, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Vielmehr wird versucht, einzelne, für sich gesehen bestimmt witzige Situationen  einigermaßen plausibel miteinander zu vereinbaren. Diese Einzelszenen stützen sich vollkommen auf die Dämonen und ihre Macken, Nathan als Hauptcharakter – nun ja, er darf ab und an überfordert sein.

Neben diesen inhaltlichen Mängeln kommt erschwerend hinzu, dass Buckinghams Schreibstil einfach unterirdisch ist. Ich kann schlecht einschätzen, was der Übersetzung geschuldet ist und was auf die Kappe des Autors geht. Fakt ist, es fehlt nicht nur an Subtilität, an Witz und an Esprit, es fehlt einfach an handwerklichem spricht schriftstellerischem Können.

Fazit

Süß und knuddelig sein, reicht nicht. Nette Ideen, aber leider viel verschenktes Potenzial. Eine Aneinanderreihung von Szenen, die allerdings kein homogenes Gesamtbild ergeben. Wirklich lustig ist auch kaum etwas, man gönnt sich höchstens ein wohlwollendes Schmunzeln. Wer durch Humor unterhalten werden möchte, sollte seine Lesezeit lieber auf Geschriebenes von Terry Pratchett verwenden. Der weiß wenigstens, was er tut.

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