Books, Challenges

Buchverfilmungs-Challenge # 2

Der Challenge zweiter Teil. Heute eine oscarprämierte Kurzgeschichten-Verfilmung nach Fitzgerald und ein bisschen schlecht verfilmte übernatürliche Romantik.

The Curious Case of Benjamin Button

Vorlage: Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald

Bis auf den Namen und die Thematik des Rückwärts-Alterns hat der Film wenig mit der literarischen Vorlage gemein. Beides für sich hat allerdings seinen Reiz. Die Kurzgeschichte ist, wie man es von Fitzgerald gewohnt ist, eher depressiv und hat einen tragischen Beigeschmack. Das Leben des Protagonisten ist geprägt von Rückschlägen und Hindernissen, die ihm aufgrund seiner Absonderlichkeit entstehen. So versucht man ihn in die Zwänge eines normalen Lebens zu pressen, schickt ihn in den Kindergarten, obwohl er offenkundig ein alter Mann ist. Als er sich am College einschreiben will, lehnt man ihn ab, weil man ihn für einen Geisteskranken hält. Auch die Liebe hält wenig Glück für ihn bereit. Zwar heiratet Benjamin, doch seine Frau scheint nie hinter sein Geheimnis zu kommen oder es zumindest zu ignorieren. Benjamin selbst wird ihrer bald überdrüssig, weil er immer jünger wird und die Schönheit und Unbeschwertheit ihrer Jugend bald dem Alterungsprozess und der Verbitterung weichen müssen. Am Ende stirbt Benjamin mit dem Geisteszustand eines Neugeborenen, die einzige, an die er sich erinnern kann, ist seine Krankenschwester.

Der Film hingegen scheint das komplette Gegenteil zu sein. Nicht depressiv mit einem Ende bei dem man sich schlecht fühlt. Freilich gibt es auch im Film genügend Schicksalschläge, das Grauen des Krieges und die Tragik einer Liebe, die unter keinem guten Stern steht. Doch trotz all der Probleme endet er versöhnlich und hoffnungsvoll. Man hat das Gefühl, dass Benjamin sein Leben trotz aller Widrigkeiten gemeistert hat, dass er ein erfülltes und glückliches Leben hatte. Im Gegensatz zur Vorlage sind die Menschen, denen Benjamin begegnet, mitfühlend, nehmen Anteil an seinem Schicksal und helfen ihm, damit zurecht zu kommen. Man nimmt seine Andersartigkeit an und versucht ihn nicht zu verstecken. Und nicht zuletzt die Liebe zu Daisy trägt den gesamten Film. So stirbt Benjamin auch nicht in den Armen einer Krankenschwester, sondern in den von Daisy, die – inzwischen selbst eine alte Frau – bis zum Ende nicht von Benjamins Seite weicht. Böse Zungen mögen an dieser Stelle das Wort „Kitsch“ verwenden, für mich ist dies einfach herzerwärmend.


Beautiful Creatures

Vorlage: Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe

Eigentlich hatte ich vor, eine Filmreview zu schreiben, allerdings hat mich dieser Film dermaßen frustriert, dass ich ich mich nicht dazu durchringen konnte. Nur so viel sei dazu gesagt: Eigentlich hätte es gut werden können. Alice Englert und Alden Ehrenreich als unverbrauchte Gesichter sahen so vielversprechend aus. Aber was sie dann tatsächlich geboten haben, war einfach nur unterirdisch schlechtes Schauspiel. Auch Emma Thompson und Jeremy Irons, die schon unzählige Male bewiesen haben, dass sie brilliante Schauspieler sind, bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wahrscheinlich hat man sie einfach nicht gelassen. Hinzu kommt, dass Film handwerklich einfach schlecht gemacht ist. Kamerafahrten ohne Dynamik, ewiges Verharren in einer Perspektive, unpassende Schnitte und Szenenübergänge und Filmfehler, die einfach nicht passieren dürfen (Weltkarte falsch herum gespiegelt, Beschriftung nur rückwärts zu lesen). Bei all diesen Disastern reißen noch nicht einmal die Spezialeffekte der Frankfurter Firma pixelmondo (Oscar 2012 für „Hugo Cabret“) etwas raus. Und so wie man in allen Dingen versagt hat, ist es auch kaum verwunderlich, dass im Film von der Romanvorlage nicht mehr übrig gebleiben ist. Grobe Parallelen sind noch zu erkennen, alle Abweichungen zu erwähnen würde den Rahmen sprengen.

Als Charakter unterschlagen wird so ziemlich alles, was die sieben Personen auf dem Bild oben übersteigt. Eine Bibliothekarin, die die Caster-Bücher bewacht? Brauchen wir nicht, lassen wir Amma machen. Diejenigen, die es vom Roman dann noch in den Film geschafft haben, verhalten sich plötzlich ganz anders als im Buch. Larkin Ravonwood, Lenas Cousin, ist dann eben kein Verräter und läuft zu Serafine über. Überhaupt hat man Serafines Rolle derart in den Sand gesetzt, dass es fast weh tut. Besteht im Buch die gesamte Spannung darin, dass man erst am Ende erfährt, dass Serafine in die Haut von Links Mutter geschlüpft ist, so weiß man dies schon, sobald man sich getraut hat, den Trailer anzuschauen.

Um am Ende ein wenig versöhnlich zu sein. Zwar entspricht Ridley im Film überhaupt nicht der Buchvorlage (schwarze Haare, viel zu alt gegen blond-türkise Haare und gerade mal 17 Jahre), allerdings war Emmy Rossum der (ich betone – sehr sehr SEHR) kleine Hoffnungsschimmer, der mich vom vorzeitigen Verlassen des Kinos abgehalten hat. Ansonsten war alles andere, ganz und gar nicht „beautiful“, sondern eher eine „unsterblich langweilige Liebe“.

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