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J. A. Souders – Renegade: Tiefenrausch

„So viele Erinnerungen, alle verloren. So vieles, was ich mir zurückholen muss … wieder einmal. Bis sie mir das nächste Mal alles wegnehmen. Aber diesmal nicht. Diesmal nicht!“
Evie ist eine Gefangene, ohne es zu wissen – und ihr scheinbar perfektes Leben eine einzige Lüge. Genauso wie alles in Elysium, der paradiesischen Stadt am Grunde des Ozeans. Erst als Gavin, ein Bewohner der Oberfläche, in ihre Welt eindringt, gelingt es Evie, aus ihrem tiefen Rausch zu erwachen – und zu erkennen, dass ihre eigene Mutter ihr größter Feind ist!

   Titel: Renegade – Tieferausch
   Autor: J. A. Souders
   Format/Seiten: Gebunden mit Schutzumschlag, 368 Seiten
   Herausgeber: ivi
   Erschienen: 20. August 2012
   ISBN: 978-3-492-70281-2
   Preis: € 16,99 [D], € 17,50 [A], sFr 24,90

   Teil einer Reihe?   The Elysium Chronicles

 

Rezension

An erster Stelle, vielen Dank an den ivi-Verlag, der mir ein Rezesionsexemplar von „Renegade: Tiefenrausch“ zur Verfügung gestellt hat.

Nach den „Tributen von Panem“ also ein weiterer Roman aus dem bunten Reigen der Dystopien. Sofort aufgefallen ist mir die Perspektive: 1. Person in der Gegenwart. Ich hab mich immer wieder dabei ertappt, dass ich die Sätze in der Vergangenheit gelesen habe, da man dies von anderen Romanen einfach so gewohnt ist. Nach dem Lesen von weiteren Dystopien drängte sich dann die Vermutung auf, dass diese Perspektive wohl typisch für dieses Genre sein muss. Jedenfalls sind alle derzeit erfolgreichen Dystopien in der 1. Person Gegenwart geschrieben. Man gewöhnt sich dran.

Besonders hat mir die Strukturierung der Kapitel gefallen. Als Einführung stehen vor jedem Kapitel Auszüge aus den Gesetzen der Unterwasserstadt, Tagebucheinträge von Evie oder ihrer Mutter oder Texte die das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Elysium näher beschreiben. Dadurch bekommt man als Leser eine sehr genaue Vorstellung dieses Ortes und der Menschen, die dort leben, ohne dass dies im eigentlichen Romantext ausführlich beschrieben werden muss. In diesem Zusammenhang fällt auch der Textsatz, die Wahl der Schriftarten und das Layout positiv auf. So werden die Gedanken, die Elysiums Bewohnern von der Obrigkeit „eingeimpft“ werden, in anderer Form dargestellt, wie der Erzähl- und Dialogtext. Allein die Seitenränder wirken ein wenig breit, so als solle der Text auf mehr Seiten gestreckt werden.

In anderen Rezensionen zu diesem Roman wird oft kritisiert, dass Evie sehr naiv und kindlich wirkt. Erzählweise und Ausdruck des Romantextes werden als vergleichsweise simpel, manchmal gar oberflächlich und dümmlich beschrieben. Dem kann man kaum widersprechen, allerdings ist Evie der erste Charakter aus dem Romantasy-Dystopien-Bereich der meiner Meinung nach auch eine ordentliche Begründung dafür hat, ein wenig dämlich zu sein. Die Bewohner Elysiums werden durch die Obrgikeit absichtlich dumm gehalten und Evie selbst durch Medikamente manipuliert, sodass der Schreibstil den Charakter der Hauptfigur nur unterstreicht statt Ausdruck mangelnder Fähigkeiten des Autors zu sein. Also kein Kritikpunkt, sondern eindeutig ein „Daumen hoch“.

Inhaltlich könnte man an der ein oder anderen Wendung rummäkeln, besonders gegen Ende wird es unerwartet – man ist fast geneigt zu sagen – unnötig blutig und erinnert ein wenig an ein Szenario aus den Resident-Evil-Filmen (zombieartige Kreaturen, Blutsudelei an Boden und Wänden). Auch die (obilgatorische) Liebesgeschichte zwischen Gavin und Evie hätte man sich ein wenig tiefgründiger gewünscht, gerade weil es in Elysium keine freie Partnerwahl gibt. Stattdessen wirkt es ein wenig wie „Och nehmen wir ihn mal, gerade nur weil er meiner Mutter nicht passt“. Ausbaufähig. In der Gesamtbetrachtung überweigt jedoch das Positive.

Da der Roman als Teil einer Trilogie angelegt ist, lässt das Ende Raum für eine Fortführung der Geschichte, endet allerdings nicht mit einem Cliffhanger. Man wird sehen, ob es „Revelations“, der zweite Teil der „Elysium Chronicles“, auch bis zu uns nach Deutschland schafft.

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