Books, Challenges

Buchverfilmungs-Challenge # 5

Der Challenge letzter Teil – quasi, das Beste kommt zum Schluss! Der Fantasy-Meilenstein, bei dem man sich darüber beschwert, dass nicht etwa zu viel rausgelassen, sondern zu viel hinzugefügt wurde, hat einen eigenen Beitrag verdient.

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Die Vorlage – „Der (kleine) Hobbit“
und so ziemlich jeder noch nicht verfilmte Textschnippsel aus dem Tolkien-Universum (ausgenommen natürlich das Silmarillon, das selbst die Grenzen eines Peter Jackson sprengen würde)

Zuallerst gebe ich an dieser Stelle das feierliche Versprechen ab, mich kurz zu fassen. Ich versuche es, ehrlich! Und wenn es doch nicht funktioniert, halte man es wie Goethe: „Entschuldige die Länge des Briefes, ich hatte keine Zeit mich kurz zu fassen!“ Und schließlich hat Jackson es auch nicht geschafft sich bei der Verfilmung des Hobbit kurz zu fassen! 😉

Man macht der „Unerwarteten Reise“ gerne den gleichen Vorwurf, wie anderen Roman-Verfilmungen. Sie seien der Vorlage unangemessen umgesetzt. Nur dass man beim „Hobbit“ nicht zu viel weggelassen, sondern zu viel dazu gedichtet hat.

Tolkien selbst hat nach der Veröffentlichung des „Herrn der Ringe“ alles daran gesetzt, den Hobbit in Einklang mit der Trilogie des Ringkrieges zu bringen. Nicht umsonst wurde der Romantext noch einmal komplett überarbeitet und neu veröffentlicht. Besonders die Begegnung mit Gollum unterscheidet sich sehr von der urspünglichen Version, da der Ring eben nicht nur ein nützlicher magischer Gegenstand zum Unsichtbarwerden ist, sondern das kleine Ding, an dem später das Schicksal der ganzen Welt hängt. Doch es blieb nicht beim Ändern des Romantextes. Zahlreiche Zusatztexte, Informationen in Anhängen und losen Skripten und Notizen beantworteten die Fragen, die im „Hobbit“ offen blieben, und füllten Lücken in der Handlung. Will man den „Hobbit“ möglichst so umsetzen, wie Tolkien ihn in seinem gesamten Mittelerdeuniversum platziert hat, so wäre es eben gerade fatal, sich nur an den Romantext zu halten. In diesem Zusammenhang kann man zumindest im Falle des ersten Films auch den Vorwurf entkräften, Jackson hätte etwas dazu erfunden, um die Geschichte künstlich zu strecken. Bis auf eine Ausnahme wurde alles so umgesetzt, wie es Tolkien niedergeschrieben hat. Im „Hobbit“ und in anderen Aufzeichnungen. Die angesprochene Ausnahme ist die Figur des Orks Azog. Sie stammt aus der Zeit, als die von Smaug vertriebene Zwerge Moria von den Orks zurückgewinnen wollen. Im Kampf wird Azog getötet, sein Sohn Bolg ist bestrebt dafür Rache an den Zwergen und Thorin im Speziellen zu üben. Im Film ist Azog noch am Leben und jagt die Zwergengemeinschaft. Da es als gesichert gilt, dass auch Bolg noch eine Rolle spielen wird, bleibt man gespannt, was sich aus diesem Handlungsstrang noch weiter entwickelt.

Eine andere Frage ist nun, ob die Vorlage denn überhaupt ohne die zusätzlichen Handlungsstränge verfilmt werden könnte. Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, wie das dann aussähe, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass Jackson fast keine andere Wahl blieb, als Dinge hinzuzufügen, um aus den episodenhaften Abenteuern des „Hobbit“ einen runden Film bzw. drei runde Filme zu machen. Im Roman stolpern die Helden von einem Bewährungsprobe in die nächste. Diese Aneinanderreihung von kleinen Abenteuern filmisch umzusetzen, wäre unglaublich ermüdend und langweilig gewesen. Etwas wegzulassen, ist ebenso schwierig. Mit welcher Begründung streicht man jene Szene, die andere aber nicht? Denn sie sind alle gleichbedeutend man will sagen unbedeutsam. Man muss also einem roten Faden folgen, ein übergeordnetes Thema finden. Und als solches reicht „13 Zwerge wollen ihren Schatz zurück“ eben nicht aus, daher muss es dann schon „Wir erzählen die Vorgeschichte des Herrn der Ringe“ sein.

Meiner Meinung nach handelt es sich beim Film um eine gelugene Umsetzung der Vorlage Tolkiens. Jackson sah sich vor einer Mammutaufgabe, nicht nur, weil es schwierig war, einen roten Faden zu finden, sondern auch, da die Erwartungen erdrückend waren, und eigentlich gehört er schon für diesen Mut mehr als gelobt. Wenn man nun noch die Schwierigkeiten eines derartigen Großprojekts bedenkt, die Irrungen und Wirrungen, die es um die Regieführung gab und die Organisationsschwierigkeiten, die gleichzeitiges Drehen für Teil 2 und 3 und Postproduzieren für Teil 1 mit sich bringen, kann man dem gesamten Team um Jackson eigentlich nur anerkennend auf die Schulter klopfen und nichts anderes sagen als „Well done“.

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1 thought on “Buchverfilmungs-Challenge # 5”

  1. Das ist wirklich kurzgefasst 😉
    Aber ich muss ehrlich sagen – Bisher sehe ich da nicht so den roten Faden und bisher hat es für mich auch wenig mit der „Vorgeschichte zu HDR“ zutun… Vielleicht kommt Teil 2 besser bei mir weg ^^

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