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Kerstin Gier – Smaragdgrün

Was tut man, wenn einem das Herz gebrochen wurde? Richtig, man telefoniert mit der besten Freundin, isst Schokolade und suhlt sich wochenlang im Unglück. Dumm nur, dass Gwendolyn, Zeitreisende wider Willen, ihre Energie für ganz andere Dinge braucht: zum Überleben zum Beispiel. Denn die Fäden, die der Graf von Saint Germain in der Vergangenheit gesponnen hat, ziehen sich nun auch in der Gegenwart zu einem gefährlichen Netz zusammen. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, müssen Gwendolyn und Gideon – Liebeskummer hin oder her – nicht nur auf einem rauschenden Ball im 18. Jahrhundert zusammen Menuett tanzen, sondern sich in jeder Zeit kopfüber ins Abenteuer stürzen…

   Titel: Smaragdgrün – Liebe geht durch alle Zeiten
   Autor: Kerstin Gier
   Format/Seiten: Gebunden mit Schutzumschlag, 496 Seiten
   Herausgeber: Arena Verlag
   Erschienen: Dezember 2010
   ISBN: 978-3401063485
   Preis: € 18,99 [DE]

   Teil einer Reihe?  Liebe geht durch alle Zeiten: Rubinrot (I),
   Saphirblau (II), Smaragdgrün (III)

Rezension

Die erfreulichen Punkte, die „Saphirblau“ so viel besser machen als „Rubinrot“ setzen sich auch im dritten und letzten Teil der Edelstein-Trilogie fort. Wasserspeier Xemerius sorgt mit seiner kessen Art stets an der richtigen Stelle für die humoristische Komponente, auch die Charaktere sind ähnlich gut und glaubhaft dargestellt wie im Vorgängerband. Besonders sticht auch in „Smaragdgrün“ wieder die Beziehung zwischen Gwen und ihrem Großvater hervor. Jene Sequenzen im Buch sind einfach herzerwärmend. Dass die Bewertung des Trilogie-Abschlusses weniger gut ausfällt, als die von „Saphirblau“ liegt an Kritikpunkten, die man nicht nennen kann, ohne zu spoilern. Ich versuchs in Grenzen zu halten^^

Die Zeitreiselogik hingegen hinkt wieder (oder immer noch?) ein wenig.  So rettet Gwen in der Vergangenheit Menschenleben, was in der Gegenwart eigentlich zur Folge hätte, dass sie gar keinen Anreiz für die Veränderung in der Vergangenheit hätte. Stichwort, Zeitreiseparadoxon, aber das Nachdenken über diese Dinge bringt ohnehin nur Kopfschmerzen. Alles lassen wir dies doch lieber.

Dass der Graf bis in die heutige Zeit überlebt und sich in der Gegenwart als ein dem Leser bekanntes Mitglied der Bruderschaft getarnt hat, empfand ich als arg unrealistisch. Eine gewisse Ähnlichkeit hätte irgendjemandem doch schon auffallen müssen, der Graf ist ja schließlich kein Gestaltwandler. Und so eine barocke Perücke und weiße Schminke im Gesicht können keinen so entstellen, dass er für alle Zeit unkenntlich ist.

Auch die finale Konfrontation zwischen Gideon, Gwen und dem Grafen ist für mich unzufriedenstellend. Nicht nur eine Schrecksekunde, in der wir ernsthaft um das Leben unserer beiden Helden bangen müssen. Nein, statt das Zeitreisen und den ganzen magischen Spuk endlich los zu sein, wurde den beiden am Ende eine andere vielleicht viel größere Bürde auferlegt. Da hätte ich mich über ein „Und sie lebten wie normale Menschen glücklich bis ans Ende ihrer Tage weiter“ mehr gefreut. Nunja…

Als Resume der Edelstein-Triologie kann ich festhalten: Man wird gut unterhalten. Die Bücher sind ein wenig kindlich geschrieben, was in den letzten beiden Bänden jedoch weniger auffällt als in „Rubinrot“. Die Charaktere wachsen während des Lesens durchaus ans Herz, allerdings hinterlassen nur wenige in der Zeit danach einen bleibenden Eindruck, so wie ein Großteil der eigentlichen Handlung auch. Was die Zeitreisethematik angeht, gibt es sicherlich Bücher, die ich interessanter und besser finde (z.B. die „Stravaganza“-Reihe). Insgesamt aber ein kurzweiliger Spaß, den man sich auch als Erwachsener einmal gönnen kann.

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