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Melissa Marr – Gegen das Sommerlicht

Wann immer dieser junge Mann in Ashs Nähe ist, spürt sie seine Gegenwart mit jeder Faser ihres Körpers. Aber wer ist der geheimnisvolle Schöne? Ash wendet sich an ihren alten Freund Seth und sein ausrangierter Bahnwaggon wird immer mehr zu ihrem Zufluchtsort. Irgendwann offenbart sie Seth auch ihr lang gehütetes Geheimnis: Ash kann Elfen sehen. Nach und nach finden die beiden heraus, dass Ashs Verfolger der Elfenkönig Keenan ist und nicht ganz ungefährlich. Ash beginnt zu kämpfen – für sich und für Seth.

   Titel: Gegen das Sommerlicht
   Autor: Melissa Marr
   Format/Seiten: Taschenbuch, 352 Seiten
   Herausgeber: Carlsen
   Erschienen: (4. Juli 2007) 01. Oktober 2011
   ISBN: 978-3551311030
   Preis: 5,95 € [DE] 6,20 € [A] 8,90 sFr [CH]

   Teil einer Reihe?   The Wicked Lovely

Rezension

Ginge es nach dem Cover hätte ich den Roman wohl niemals gelesen. Für mich sah es ein wenig zu sehr nach einem Klon der „Biss“-Ausgaben aus. Betrachtet man das Cover der englischen Ausgabe (Artikelbild), liegen Welten dazwischen. Ich weiß nicht, ob dies einfach subjektive Wahrnehmung meinerseits ist oder ein sich abzeichnender Trend. Mir gefallen die englischen Cover immer öfter besser, als die deutschen Entsprechungen. doch es heißt ja so schön: Don’t judge a book by its cover. Leider lässt nach dem Lesen auch der Inhalt des Romans wenig Platz für Euphorie.

Zunächst einmal haben wir wieder eine bekannte Konstellation. Unglaublich gut aussehener Kerl scharwenzelt um gleichaltrige Jugendliche herum, ohne dass man als Leser genau weiß, was er eigentlich so anziehend an ihr findet. Sie wendet sich Hilfe suchend an ihren besten Freund und man stellt fest, dass man doch mehr als Freundschaft füreinander empfindet. Fertig ist der perfekte Twilight-Dreieicksbeziehungs-Klon.

Jener Adonis stellt sich also als Keenan, König der Sommerelfen, heraus, der wegen eines Paktes dringend ein Mädchen finden muss, um seine fiese Mutter, die Königin der Winterelfen, zu besiegen, die einst Vater gemeuchelt und damit die Kraft des Sommers gestohlen hat. Mit zweifelhaften Methoden (Stalking, mit Schönheit bezirzen, mit Reichtum und Macht protzen und mit Wein gefügig machen) versucht Keenan vergeblich Ashleys Herz zu gewinnen. Es scheint fast so als hätte die Männerwelt bis heute immer noch nicht begriffen, wie sich eine Frau erobern lässt. Kann einem ja fast leidtun.

Das Ganze steigert sich hin bis zu einem inhaltlich völlig absurden Finale, an dessen End so viel Happy End steht, dass man sich fast fragen muss, welche Konflikte denn in den Folgeromanen plötzlich noch vom Himmel fallen sollen. Ich habe bei so viel Süßholzgeraspelt jedenfalls einen mentalten Diabetis-Schock erlitten.

Ein bisschen positiv möchte ich jedoch auch sein. Es sei lobend erwähnt: die vergleichsweise „liebevolle“ Darstellung der Elfenrassen. So ist das Elfenvolk in Angehörige verschiedener Höfe und deren Herrscher unterteilt. Es gibt Sommer- und Winterelfen, lichte bzw. neutrale und dunkle eher dem Winter zugewandte Elfen. Jeder Charakter dieser Rassen hat im Roman eigene Attribute, Fähigkeiten und Begleiter. Für die Anhänger von Sommerkönig Keenan hat Melissa Marr sich beispielsweise zahlreicher Fabelwesen bedient, von von denen ich die Baummänner sehr putzig fand. Jenes sommernächtliche Fest, bei dem Keenan seine Angebetete mit speziellem Wein betrunken und damit zur Elfe macht (und sich später wundert, warum Frau das nicht so toll findet…Männer!), hatte ich das bunte Treiben jener Feen, Faune, Nymphen und anderen Fabelwesen lebhaft vor Augen. Ein rar gesähter Lichtblick im Roman.

Letztlich ist „Gegen das Sommerlicht“ ein Roman von dem ich mir mehr erhofft habe und „The Wicked Lovely“eine Serie, die ich höchstwahrscheinlich nicht fortsetzen werde, da mich weder die Handlung, das Setting oder die Charaktere genügend in ihren Bann ziehen konnten. Immerhin ging das Lesen jedoch größtenteils leicht von der Hand.

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2 thoughts on “Melissa Marr – Gegen das Sommerlicht”

  1. Ich liebe diese Reihe einfach, muss noch die letzten zwei lesen.
    Ich bin gerade ein wenig geplättet von deiner Meinung. Aber das ist ja Geschmacksache, ob ein Buch einem gefällt oder hald nicht 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea 🙂

    Gefällt mir

    1. Ich mag die Reihe „Blackwell Pages“ sehr gern, die Marissa Marr mit Kelley Armstrong geschrieben hat. Dreht sich um germanische Mythologie und ist unterhaltsam und sogar sehr fundiert. Wirf mal einen Blick drauf.

      Grüße und danke für deinen Kommi.

      Gefällt 1 Person

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