Books, Challenge

Cassandra Clare – City of Bones

Gut aussehend, düster und sexy. Das ist Jace.
Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos. So fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird. Denn Jace ist kein normaler Junge. Er ist ein Dämonenjäger. Und als Clary von dunklen Kreaturen angegriffen wird, muss Clary schleunigst ein paar Antworten findet, sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

   Titel: City of Bones
   Autor: Cassandra Clare
   Format/Seiten: Gebunden mit Schutzumschlag, 504 Seiten
   Herausgeber: Arena
   Erschienen: Januar 2008
   ISBN:  978-3-401-06132-0
   Preis: 17, 99 €

   Teil einer Reihe?   Chroniken der Unterwelt

Rezension

Da nach dem Film und dem zu erwartenden allgemeinen Hype eigentlich so ziemlich jeder wissen sollte worum es geht, spare ich mir eine genauere Inhaltsangabe an dieser Stelle einfach einmal und plausche lieber ein wenig aus dem Nähkästchen. Das Lesen dieses Buches war von wideren Begleitumständen geprägt. Irgendwie hat mich immer etwas vom Weiterlesen abgehalten (wahlweise ein Fitzek oder ein anderes Buch aus der Fantasy-Challenge) und als ich dann zum dritten Mal von vorne anfing, hab ich beschlossen, doch endlich einmal bis zum Ende standhaft zu bleiben, sonst würde ich das erste Drittel bald auswendig kennen. Erstaunlicherweise habe ich es dann auch tatsächlich geschafft. Rechtzeitig vor dem Start des Films. Doch davon soll an dieser Stelle erst einmal keine Rede sein, dafür gibt es hoffentlich bald einen Buch-Film-Vergleich.

Dass ich mehrere Anläufe brauchte, lag sicherlich auch daran, dass das Buch eine Weile braucht, um in Gang zu kommen. Situationsabhängig hatte ich aufgrund meines vorangegangenen Dystopien-Marathons wohl auch einfach keine Lust mehr auf einen weiblichen Charakter, der nur mal kurz die Welt retten geht, oder auf eine Dreiecksbeziehung. Aber dies kann man dem Buch ja schwerlich ankreiden. Als ich dann aber über die magische Ein-Drittel-Marke hinaus war, fiel mir das Lesen auch wieder leichter. Zugegebenermaßen hat mich die Handlung weniger gelockt als die Charaktere. An ihnen fand ich immer mehr Gefallen. Jeder von ihnen hat seine Macken und Eigenarten, aber alle sind sie auf ihre Art cool und lässig und witzig und unterhaltsam. Ich halte es für unmöglich, Jace nicht zu mögen, auch wenn er natürlich den Stereotyp Charakter verkörpert, den man aus der Fanfiction, aber vor allen Dingen Rollenspielszene kennt. Und die Handlung, nun ja. Ich persönlich finde, sie hält nicht so viele Überraschungen bereit. Da ändert auch der große Knall am Ende nicht so viel dran. Aber vielleicht hab ich an dieser Stelle auch wieder den Rollenspiele-Vorteil. Man erfindet das Rad nun einmal nicht neu. Es gibt gewisse Schemen nach denen Handlungen in dieser Szene ablaufen. Manche schreiben diese Dinge eben als ihr Hobby und manche machen es zum Beruf und einige ganz wenige werden damit reich und berühmt. Dabei ist es wohl kaum kühn zu behaupten, dass Erfolg nicht unbedingt ein Anzeichen von Qualität sein muss. Und an dieser Stelle darf ruhig auch einmal gesagt werden, dass im Bereich „Autor mit Fanction-Vergangenheit“ zwischen Cassandra Clare und E. L. James ganze Welten liegen…

Der Kritik, dass den „Chroniken der Unterwelt“ die Harry-Potter-Fanfictionistin zu sehr anhaftet, kann ich nur bedingt teilen. Natürlich gibt es augenscheinliche Parallelen, die finde ich allerdings in „Percy Jackson“ viel deutlicher. Bei meinem erster Leseanlauf wusste ich kaum etwas über die Reihe und auch nicht, dass die Autorin früher Fanfictions geschrieben hat. Die magischen Stelen der Schattenjäger habe ich mir nie wie Zauberstäbe vorgestellt, auch den Valentin-Voldemort-Vergleich habe ich erst gezogen, nachdem man mich mal mit der Nase draufgestoßen hat. Und die blonden Haare sind meiner Meinung nach so ziemlich das einzige, was Jace mit Draco Malfoy gemein hat.

Ein Kritikpunkt ist hingegen für mich der konstruierte Showdown voller erzwungener Dramatik. Damit meine ich noch nicht einmal den „Ich bin dein Vater“-Gedächtnis-Moment, sondern vielmehr das ewige „Wenn du nicht das und das tust, dann töte ich den und den“ – „Dann mach ich aber das und das“, das schützende Voreinandergewerfe, um die Umsetzung eben jener Drohungen zu verhindern. Das erweckte für mich den Eindruck als hätte man sich nicht für eine Version und einen Höhepunkt des „Endkampfes“ entscheiden können. Statt vor Spannung gefangen zu sein, fand ich das Ganze eher ermüdend. Wäre das Buch eine Schallplatte, hätte sie an dieser Stelle einen minutenlangen Hänger gehabt.

Sonst kann ich jedoch durchaus ein positiveres Fazit ziehen als zu Beginn angenommen. „City of Bones“ wird zwar wohl nie zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehören, aber ich habe mich beim Lesen trotzdem gut unterhalten gefühlt. Was zum Lachen, ein bisschen was für die Spannung. Kurzweil muss ja nicht immer schlecht sein.

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