Allgemein

Signierstunden

Eine persönliches Widmung des Autors – für viele Leser ist dies das i-Tüpfelchen bei einem Buch, das man ohnehin schon besonders schätzt. Erfahrungsgemäß sind die Signierstunden der Autoren an den Besuchertagen wahre Publikumsmagneten. Daher ist vor allen Dingen Geduld und Zeit mitzubringen. Letztere vergeht jedoch meist schneller als gedacht. In der Warteschlange kommt es nicht selten zu tollen Gesprächen zwischen den Fans, es werden Meinungen ausgetauscht und Buchempfehlungen weitergegeben. Doch nicht nur Romanautoren ziehen die Besucher an, auch im Comiczentrum ist einiges los. Hier wird nicht nur signiert, sondern auch gezeichnet, was der Stift hergibt. Auch wenn man selbst kein „Autogramm“ oder ein gezeichnetes Unikat ergattern möchte, lohnt sich ein Blick über die Schulter der Illustratoren und sollte bei jedem Buchmesse-Besuch zum Pflichtprogramm gehören. Und dann sind da noch die Auftritte der Darsteller aus Buchverfilmungen, aber lest selbst 😉

Signierstunde der Hauptdarsteller aus „Rubinrot“

Während es Donnerstags noch recht beschaulich zuging, startete unser Buchmesse-Samstag mit der Signierstunde der Rubinrot-Darsteller Maria Ehrich und Jannis Niewöhner. Wir hatten ein wenig Schwierigkeiten, die Örtlichkeit auszumachen, was in Anbetracht des Massenandrangs eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit war. Aber man kennt das ja mit dem Baum und dem Wald… Nach obligatorischen Diskussionen mit der Security („Ihr dürft hier nicht stehen bleiben.“ – „Äh, warum nicht?!“) trudelten die beiden Schauspieler mit einiger Verspätung ein, begleitetet von einem Kreischkonzert, das Justin Bieber alle Ehre gemacht hätte. Eigentlich war ein Interview mit den beiden angedacht, in Anbetracht der Tatsache, dass so viele Fans erschienen waren, beendete Jannis den klägliche Versuch jedoch geistesgegenwärtig mit den Worten „Ich glaube, die meisten hier wissen, worum es im Film geht.“ Er bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen und nährte die Hoffnung der Fans, dass es eine filmische Fortsetzung von „Rubinrot“ geben wird, auch wenn man keine definitive Bestätigung aus ihm herauskitzeln konnte. Auch ob es dann ein Film oder doch zwei Filme werden sollen, blieb ebenso unklar. Der Erfolg des ersten Filmes sei jedoch zufriedenstellend gewesen und der große Andrang zur Signierstunde bestätige den großen Rückhalt der Fans. Sprachs und entledigte sich seiner Jacke, was von Maria in bester Gwendolyn-Manier mit einem bissigen „Und jetzt zieht er sich erst einmal aus“ kommentiert wurde. Dies zeigt nicht nur, dass die beiden perfekt miteinander harmonieren und tolle Besetzungen für die Rollen sind, sondern auch nett für Leute wie uns, die zwar viel hören konnten (Gekreische), aber kaum etwas sehen konnten – außer anderen Fans oder das Bild eines Bildes in der Handykamera des Vordemanns. Dies war leider auch schon alles, was es zu berichten gibt, da sich Maria und Jannis emsig daran machten, die Autogramm- und Fotowünsche aller Fans zu erfüllen. Ob es gelang, wissen wir nicht, aber alles in allem ein wenn auch kurzer sehr sympathischer Auftritt.

Signierstunde Wolfgang und Heike Hohlbein

Während die anderen wahlweise der Kaffeesucht frönten und sich lieber den Wunsch nach einem warmen Plätzchen erfüllten, ging es für mich weiter zum Signierzelt auf der Agora, wo Wolfgang Hohlbein antrat, um sein neustes Werk „Nekropole“ an den Mann (und die Frau) zu bringen. Die Länge der Schlange ließ relativ viel Hoffnung auf Erfolg und man unterhielt sich nett mit Vorder- und Hintermann. Zu meiner Freude war auch Hohlbeins Ehefrau Heike mit dabei. An dieser Stelle muss ich ein wenig ausholen, denn diese – wenn auch kurze – „Begegnung“ hat mir persönlich viel bedeutet. Eine gute Freundin, die um einiges älter war als ich, hat mich mit ungefähr 11 oder 12 Jahren zum ersten Mal mit den Fantasy-Romanen der beiden Hohlbeins in Berührung gebracht. Ich habe“Der Greif“ regelrecht verschlungen und mich danach in unserer Schulbibliothek exzessiv durch die anderen Romane gelesen, die von beiden geschrieben wurden. Mit den Hohlbeins hat meine  Begeisterung für Fantasy, aber natürlich auch für das Lesen an sich begonnen, denn ich komme aus einer Familie, die mir zwar als Kind immer vorgelesen hat, sich selbst aber wenig fürs Lesen begeistern kann. Nun gibt es ja einen offenen Disput darüber, ob Hohlbeins Romane  billige Massenware sind oder eine tatsächliche Bereicherung für die Literaturlandschaft. Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion darüber abhalten, ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich heute nicht derartig lesebegeistert wäre, wenn es die Hohlbeins nicht gegeben hätte. Während sie also meine Ausgabe von „Märchenmonds Erben“ signierten, habe ich den beiden davon berichtet, wie sehr sie mein Leseverhalten geprägt haben und dass sie da gerade mein erstes eigenes Buch unterschrieben. Heike Hohlbein zeigte sich begeistert, die Jugend zur Literatur zu bringen, das habe man sich, als man mit dem Bücherschreiben angefangen habe, so gewünscht. Und Wolfgang Hohlbein überraschte mich mit „Soll ich etwas Bestimmtes reinschreiben?“ so sehr, dass mir nichts Besseres als mein Name einfiel. Zwei sehr sympathische Menschen, die mich in großem Maße dafür entschädigten, neben sämtlichem anderen Klimbim, den man sich auf der Buchmesse so zusammensammelt, den ganzen Tag einen gebundenen 500-Seiten-Wälzer mit mir herumzuschleppen. Ja, das war es wert!

Comiczentrum und Co.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Treiben im Comiczentrum und am Panini-Stand (ja die machen mehr als nur Fußball-Sticker!). Konnte man Donnerstags noch relativ entspannt herumflanieren, hier und dort schauen und ausgiebig in den Comics blättern, durfte man während der Besuchertage keine Berührungsängste haben – vor allen Dingen nicht mit Cosplayern. Denn da, wo es Comics gibt, sind auch Mangas nicht weit und kein Manga ohne ordentlichen Cosplayer. Und da wo einmal ein Cosplayer ist, sind ganz schnell auch andere, die eigentlich weder mit Büchern, Comic oder Mangas irgendetwas zu tun haben. An dieser Stelle sei gesagt: Ich finde wirklich toll was ihr macht. Ehrlich! Wie viel Zeit ihr euch für die Kostüme nehmt, wie viel Aufwand ihr für das perfekte Aussehen betreibt. Aber es ist trotzdem nicht schön, Captain Americas Schild im Gedrängel ins Kreuz gerammt zu bekommen. Oder eine überdimensionale Plastik-Sense mit nem lebensgroßen Skeletttorso dran. I presume you get my point 😉 Aber nirgendwo anders auf der Buchmesse heißt es mehr, leben und leben lassen, nirgendwo treffen die gegensätzlichsten Typen Mensch eher zusammen als hier. Da steht der Versicherungsvertreter neben dem Grufti und blättert im neuen Asterix-Comic. Dazu dröhnt aus der Ferne unverhofft ein Dudelsack (schließlich heißt das neue Abenteuer ja „Asterix bei den Pikten“). Ein bisschen skurril, ein bisschen verrückt, aber einfach nur herrlich. Ebenso sympathisch kommen die „Stars“ der Szene daher. Kein Dünkel, keine Allüren. Nur die Leidenschaft für das Handwerk. Etwas von dem sich mancher Autor gerne eine Scheibe abschneiden könnte. Ein großes Lob auch an die logistischen Veränderungen zum letzten Jahr. Obwohl die Warteschlange am Panini-Stand noch immer strategisch ungünstig platziert war, konnte man in zumindest bei den anderen Signiertischen tolle Blicke auf Künstler und Kunstwerk werfen. Man erinnert sich mit Grauen an das düstere Kabuff in das die Fans von Nichtlustig und Ruthe sich im letzten Jahr hineinzwängen mussten. Schon jetzt ist sicher – auch 2014 wird dem Comiczentrum wieder ein Besuch abgestattet!

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