Allgemein, Cinema

Jahresrückblick: Filme 2013

In guter Jahres-Rückblicks-Tradition mein Kinojahr 2013. Wie im letzten Jahr auch enthält die Liste nur Filme, die 2013 in Deutschland gestartet sind, die Reihenfolge entspricht den offiziellen Startterminen. Die Liste mit den Filmen, die für mich interessant klangen und in Betracht kamen, findet ihr hier. Mit 33 Kinofilmen bin ich zwar bei knapp 50 %, aber 65 Filme innerhalb eines Jahres im Kino sehen zu wollen, ist vielleicht auch ein wenig zu ambitioniert 😉 Ich kann aber schon so viel verraten, 2014 wird zumindest in diesem Punkt nicht besser werden.

Tja wie fällt das Fazit aus? Ziemlich durchwachsen, auch wenn das Jahresende einiges wieder raus gerissen hat. Es waren Ausreißer nach oben dabei, aber auch Filme, den man den Stempel „pure Zeitverschwendung“ verpassen muss.

Gesehene Filme: 33
Durchschnittsbewertung: Ø 3,30 Punkte

Beste Filme
• Silver Linings
• Die fantastische Welt von Oz
• The Great Gatsby
• Ender’s Game – Das große Spiel
• Die Tribute von Panem – Catching Fire

Für alle diese Filme kann man ohne schlechtes Gewissen eine klare Empfehlung geben. Sieger unter den Siegern ist für mich „Ender’s Game“. Auch ohne 3D-Geschnörkel nicht nur optisch brillant, sondern auch packend durch die gekonnte Mischung aus Spannung, Emotionen und Anspruch. Die „Old Youngsters“ Hailee Steinfield (True Grit), Asa Butterfield (Hugo) und Abigail Breslin (Little Miss Sunshine) spielen die alten Hasen Harrison Ford und Ben Kingsley nicht nur gekonnt an die Wand, sondern lassen darauf hoffen, dass es um den Nachwuchs in der Filmindustrie gut bestellt ist.
Eine für mich persönlich berunruhigende Tatsache ist allerdings, dass alle 5 Filme auf Buchvorlagen basieren oder zumindest von Büchern inspiriert sind („Die fantastische Welt von Oz“). Statt eigene Ideen aus dem Hut zu zaubern, hagelt es Buchverfilmungen, Comic-Adaptionen und Fortsetzungen. In der Filmindustrie scheint kreative Leere zu herrschen. 2014 verspricht auf den ersten Blick auch keine Besserung. Da lohnt sich der Blick weg von Übersee hin zur heimischen Kinolandschaft. Und siehe da, nationale Produktionen wie „Fack Ju Göhte“ und „Da geht noch was!“ haben zwar auch ihre Schwächen, brauchen sich aber nicht vor der mächtigen Konkurrenz zu fürchten. Und „Rubinrot“ hat bewiesen, dass auch Deutschland erfolgreiche Jugendbuch-Verfilmungen abliefern kann. Das lässt doch fürs nächste Kinojahr hoffen.

Schlechteste Filme
Beautiful Creatures
• Prisoners
• Escape Plan

Es ist ja bekannt, wo Licht ist, fällt auch Schatten. Erfreulich, dass es wenigstens nur 3 Filme sind. „Escape Plan“ überrascht dabei am wenigsten, aber es bestand zumindest eine geringe Chance, dass es hätte gut werden können. Die „Beautiful Creatures“ konnten leider auch Jeremy Irons und Emma Thompson nicht retten. Die talentlosen Hauptdarsteller, die handwerklich stümperhafte Kombination aus Kameraeinstellung, Schnitt und Ton und die haarsträubenden Filmfehlern erstickten die Möglichkeit, wenigstens eine positive Sache zu finden, im Keim. Ja und „Prisoners“ – Jake Gyllehaal als Oscarkandidat gehandelt, der Film von der Presse beweihräuchert. Beim Querlesen im Internet begegnen mir inzwischen jedoch auch andere, die „Prisoners“ für vollkommen überbewertet halten. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Erkenntnis aus diesem Film ziehen konnte, dass es eine Aussage gibt, die mich für die stundenlange gähnende Leere entschädigt, in der die Darsteller weit hinter ihren Fähigkeiten zurückbleiben. „Prisoners“ erfüllt keinen Sinn, es sei denn man hat sadistische Freude daran wie Jackman seinen Schauspielkollegen Paul Dano bis zu Unkenntlichkeit entstellt. Zumindest letzterer hat durch sein Spiel jedoch ein wenig Anerkennung verdient.

Enttäuschungen des Jahres
Oblivion, After Earth und Elysium
• Man of Steel
• Wolverine: Weg des Kriegers
• Der Hobbit – Smaugs Einöde

Dass SciFi funktionieren kann, hat „Ender’s Game“ ja bewiesen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich „Gravity“ leider immer noch nicht gesehen habe, sodass ich hierzu leider kein Urteil abgegeben kann. Die drei anderen Weltraum-Streifen des Jahres erlitten jedoch kollektiven (Raum)Schiffbruch. „Oblivion“ hat wenigstens noch stilistisch beeindruckt und ließ den Ansatz einer guten Story erkennen, „After Earth“ und „Elysium“ waren hingegen einfach nur plump und einfallslos. Dafür kann ersterer die „unnötigst rührseligste Tierszene des Jahres“ auf sich verbuchen (Adler stirbt, um Mensch zu retten), zweiterer die „unappetitlichste Face-Off-Szene seit „Equlibrium“ und „Star Wars III: Rache der Sith““ (Sharlto Copleys Gesichtsrekonstruktion – ein CGI-Wunder, aber es dreht sich einem der Magen dabei um).
„Man of Steel“ lässt mich endgültig den Mut verlieren, dass ich mich jemals mit Superman als Helden anfreunden kann. Schließlich ist er DER Held aller Helden. Und das war Regisseur Zack Snyder bis dato auch für mich. Das kommt davon, wenn man Chrstopher Nolan mit rumwerkeln lässt – ja seine „Batman“-Trilogie find ich immer noch doof und man möge mir Vorurteilsbehaftung vorwerfen, aber ich finde man merkt dem Film an, dass hier zwei Superhelden-Ideen gegeneinander arbeiten. Auf der einen Seite optische beeindruckende Szenerien wie Krypton und Effekte-Overkills wie der Endkampf zwischen Superman und General Zod und auf der anderen Seite ein Emo-Superheld vor wahlweise ewigem Eis, Maisfeld oder einsamer Straßenschlucht extrem wehleidig dreinschaun muss. Wenn schon leidender Superheld auf Sinnsuche, dann bitte so wie Robert Downey Jr. in „Iron Man 3“.
Auch auf das Wölfchen ist kein Verlass mehr. Was der coolste aller X-Men in „Wolverine: Weg des Kriegers“ abliefert sind höchstens ein paar aufgewärmte Kalauer, die den alten bissigen Wortwitz vermissen lassen. 2013 scheinen die Superhelden im Allgemeinen etwas depressiv gewesen zu sein.
Und dann zuletzt noch mein Sorgenkind „Der Hobbit – Smaugs Einöde“. Da wird man sich jetzt vielleicht denken „Wie, „Der Hobbit“ ist nicht mehr Christinas cineastische Goldene Kuh, das Non-Plus-Ultra des Kinojahres?!“. Das kann ich mit einem entschiedenen „Jain!“ beantworten. Ein schlechter Film ist es nicht, aber er kämpft meiner Meinung nach mit der Selbstfindung. Will er nun die logische Fortsetzung des ersten Teils sein oder doch anders, da es so viel Kritik an „Eine unerwartete Reise“ gab? Soll er eher unterhalten wie eine Themenpark-Attraktion oder will er ein Heldenepos im Stile von „Herr der Ringe“ sein? Der Film versucht alles so ein bisschen und ihm gelingt nichts davon richtig. Auch hier leidet das Projekt darunter, dass Del Toro und Jackson für zwei verschiedene Arten Filme zu machen stehen. Wie viel Del Toro steckt tatsächlich noch im „Hobbit“? Mit wie viel musste sich Jackson arrangieren, weil die verbleibende Zeit für die Pre-Production nicht mehr ausreichte, die eigene Vision komplett zu verwirklichen? Ich hatte gehofft, dass der zweite Film diese Last aus der Vergangenheit abstreifen könnte, aber nun ist es eigentlich nur logisch, dass diese Folgen auch im dritten Film noch zu spüren sein werden, wenn es darum geht die Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende zu führen. Ich schaue jedenfalls mit gemischten Gefühlen auf den 17. Dezember 2014.

Überraschungen des Jahres
• Fack Ju Göhte
• Die Eiskönigin

Lassen wir diesen Rückblick jedoch mit etwas Erfreulichem enden. Dieser ganze „Türkisch für Anfänger“-Hype ist bisher ja geflissentlich an mir vorbeigegangen, jedoch hat mir der Film zur Serie Mitte des Jahres einen überraschend guten TV-Abend beschert. Durch die kräftig gerührte Werbetrommel und Omnipräsenz von „Fack Ju Göhte“ wurde man geradezu genötigt, sich diesen Film anzusehen, selbst wenn man kein „Türkisch für Anfänger“-Fan war. Beim Betreten des Kinos war ich noch skeptisch. Kann Elias nicht mal was anderes als den Voll-Proleten geben? Nutzt sich das nicht ab? Aber Sorge unbegründet, der Kauf der Kinokarte für „Fack Ju Göhte“ war eine der besten Entscheidungen des Jahres. Auch wenn es minimale Kritikpunkte gibt, hat mich kaum ein anderer Film und kein Film 2013 derart zum Lachen gebracht. Obwohl alle Charaktere total überzeichnet sind, kommen dem Zuschauer fast alle Situationen aus dem eigenen Leben nur zu bekannt vor. Und auch wenn der Lösungsansatz des Films unrealistisch ist und es auch bestimmt nicht die vordergründige Absicht war, gesellschaftskritisch zu sein, so hat er doch das Problem an deutschen Schulen besser erkannt, als es ein Bildungsministerium je könnte.
Zuletzt noch mein Weihnachts-Juwel 2013 – Disneys neuster Animationsstreifen „Die Eiskönigin“. Lassen wir den dämlichen deutschen Untertitel („Völlig unverfroren“) außer Acht, der keine tiefere Bedeutung für die Handlung des Films besitzt, sondern wohl einfach nur ein lustiges Wortspiel in Anlehnung an „Rapunzel – Neu verföhnt“ sein soll. Ignorieren wir auch, dass der Film außer einer Eis beherrschenden Protagonistin absolut nichts mit Andersens Märchen gemein hat. Und denken wir auch nicht darüber nach, dass das gesamte optische Gestaltungskonzept der eineiige Zwilling von „Rapunzel“ ist (sogar die Pferde sehen genau gleich aus xD). „Die Eiskönigin“ besticht durch liebenswerte Charaktere, mitreißende Musik und handwerklich allerfeinstes Animationskino, das auch die 3D-Technik rechtfertigt. Ob nun der im deutschen herrlich von Hape Kerkeling gesprochene Schneemann Olaf, der von einem Leben im Sommer träumt, die niedliche Trollherde, die unsere beiden Helden miteinander verkuppeln will, oder Elsa, die ihre Gabe für einen Fluch hält und sich davor fürchtet, jene zu verletzen, die sie liebt. Dies alles wird wunderbar ergänzt durch tolle Filmsongs und einen stimmungsvollen Soundtrack. Demi Lovats Titelsong „Let It Go“ ist zwar in der Filmversion von Musicaldarstellerin Idina Menzel beeindruckender, ich drücke trotzdem die Daumen für den Oscar.

Bleibt mir am Ende nichts weiter zu sagen als „2013 ade, 2014 hoffentlich weniger ohje!“
Zur Vorschau 2014 geht’s hier lang.

Titel
• Der Hobbit – Smaugs Einöde (HFR/3D)
• Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
• Die Tribute von Panem – Catching Fire
• Fack Ju Göhte
• Escape Plan
• Ender’s Game – Das große Spiel
• Thor – The Dark Kingdom (3D)
• Prisoners
• Riddick
• Da geht noch was!
• Chroniken der Unterwelt – City of Bones
• The Lone Ranger
• Elysium
• Wolverine: Weg des Kriegers (3D)
• Die Unfassbaren – Now you see me
• Ich Unverbesserlich 2
• Man of Steel (3D)
• Seelen
• After Earth
• Fast and Furious 6
• The Great Gatsby
• Star Trek: Into Darkness (3D)
• Iron Man 3
• Oblivion
• Beautiful Creatures
• Die Jagd
• Rubinrot
• Die fantastische Welt von Oz (3D)
• Les Misérables
• Warm Bodies
• Gangster Squad
• Django Unchained
• Silver Linings
Bewertung
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– Aufstehen, gehen, das Popcorn zuhause essen
♥ ♥ – DVD als Glasuntersetzer verwenden
♥ ♥ ♥ – Macht man nichts falsch, muss aber nicht zwingend
♥ ♥ ♥ ♥ – Gut mit kleinen Schwächen
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ – Besser gehts nicht!
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2 thoughts on “Jahresrückblick: Filme 2013”

  1. Da bin ich wirklich überrascht. Genauso wie du es geschrieben hast ist es mir ergangen mit dem Hobbit und dir. 😀 Da bin ich jetzt aber mal gespannt was du im nächsten Jahr als Resumée über die Trilogie schreiben wirst.^^
    Ich versteh immernoch nicht was du gegen Man of Steel hast – Gut am Ende war er etwas übertrieben aber sonst… Aber du und der Herr Nolan.. Das wird wohl nie was.
    Hoffentlich gibt es keinen zweiten Teil von Beautiful Creatures 😄 Oh Gott, oh Gott, oh Gott… War das grausam… Dafür geb ich auch nicht nochmal Geld aus… Wozu du mich da wieder überredet hast 😛
    Bei den Überraschungen stimme ich dir voll und ganz zu, immerhin ein schöner Jahresabschluss, den man sich für nächstes Jahr nur ebenso wünschen kann 🙂

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    1. Ich bin auch auf der Selbstfindung? *lach* Oder ich will auch alles und kann nix richtig?
      Dabei mag ich ja „Inception“ und „The Prestige“ und Nolans Muse, den Bale, eigentlich auch.
      Ich hab dich gar nicht zu „Beautiful Creatures“ überredet *murmel* DU hattest das Buch xD Ich glaub, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, das bleibt uns erspart.

      Mein Ziel für nächstes Jahr ist mindest die 3,5 im Durchschnitt.

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