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Stephen Chbosky – The Perks of being a Wallflower

Charlie is not the biggest geek in high school, but he’s by no means popular. Shy, introspective, intelligent, yet socially awkward, Charlie is a wallflower, standing on the treshold of his life whilst watching everyone else live theirs. As Charlie tries to navigate his was through uncharted territory – the world of first dates and mix tapes, familiy dramas and new friends – he realises that he can’t stay on the sidelines forever. There comes a time when you have to see what life looks like from the dancefloor.

   Titel: The Perks of being a Wallflower
   Autor: Stephen Chbosky
   Format/Seiten: Taschenbuch, 234 Seiten
   Herausgeber: Simon and Schuster
   Erschienen: (1999) latest Reprint 2012
   ISBN: 978-1-47111-614-8
   Preis: £ 6,99 (keine Buchpreisbindung)

   Teil einer Reihe?   Nein

Rezension

Was diesen Roman auf den ersten Blick von allem anderen unterscheidet, das ich in jüngster Vergangenheit gelesen habe, ist die Erzählform. Der Protagonist – Charlie – berichtet dem Leser mit Hilfe von Briefen aus seinem Leben. Diese Briefe richtet er an einen Freund, der jedoch nicht näher benannt wird und über dessen Identität man im Verlauf des Romans auch nichts erfährt. So ist es also ziemlich naheliegend, dass der Protagonist wohl den Leser selbst anspricht. Ein Stilmittel, das mir zuletzt beim „Werther“ während meiner Schulzeit begegnet ist. Es gibt noch andere Parallelen zu Goethes Werk. So ist auch Charlie in ein Mädchen verliebt, dass mit einem anderen zusammen ist, auch Charlie ist sich nicht ganz im Klaren, wohin sein Lebensweg ihn einmal führen wird. Allerdings – und das macht Charlie sehr sympathisch – versinkt Chbosky Protagonist im Gegensatz zum Wether nicht exzessiv im Selbstmitleid, lässt nicht die ganze Welt an seinem Unglück teilhaben und versucht auch nicht sich umzubringen. Ihr könnt die Rezension also ohne Gefahr zu Ende lesen, es droht kein Reload eines „Deutsch-LK-Traumas“ 😉

Wir folgen Charlie ein Jahr lang durch die Schwierigkeiten des Erwachsenswerdens – Familienprobleme, lausige Verwandtschaft und nervende Geschwister, Schulnoten und Schulhofschlägereien, Freundschaft und Verlustangst, Liebe und erster Sex, Drogen und Alkohol. Nicht, dass wir von dieser Kombination noch nie gelesen oder etwas in einem Film gesehen hätten. „The Perks of being a Wallflower“ ist in diesem Zusammenhang vielleicht nicht einzigartig, aber ich persönlich empfand es als sehr positiv, dass die Handlung nicht in irgendwelchen Klamauk abdriftete, den man sonst leider bei vielen Coming-Off-Age-Geschichten befürchten muss. Im Gegenteil, der Roman ist relativ ernst, selbst in den eher freudigen Passagen ist häufig auch ein Wermutstropfen zu finden. Und dennoch gelingt es Chbosky eine meiner Meinung nach doch positive Botschaft zu vermitteln: Charlie erkennt am Ende des Romans, dass es nicht der Sinn sein kann, anderem beim Leben zuzuschauen. Man muss sein eigenes Leben leben, auch wenn Freud und Leid dicht beieinander liegen und man Angst vor der Zukunft hat.

„But even if we don’t have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from here.“ (S. 228)

Eines meiner liebste Zitate aus dem Roman und nur eine von zahlreichen Textstellen, die ich mir beim Lesen markiert habe. Immer ein gutes Gradmesser dafür, wie gut mir ein Roman gefallen hat. Und bei Chboskys Roman habe ich geradezu gekritzelt, da es unheimlich viele Situationen gibt, in denen ich mich als Leser wiedergefunden habe. Seien es Erinnerungen an meine eigene Schulzeit oder Gedanken, die mich, auch wenn ich kein Jugendlicher mehr bin, trotzdem noch immer beschäftigen. Dies macht für mich eine große Faszination des Romans aus und ich bin davon überzeugt, dass sich jeder in einer der zahlreichen Figuren erkennen kann. Daher das Prädikat „Sollte man mal gelesen haben“.

Auf Deutsch ist der Roman im September 2011 unter dem Namen „Das also ist mein Leben“ bei Heyne erschienen. 2012 kam die Verfilmung mit Logan Lerman, Emma Watson und Ezra Miller in die Kinos.

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4 thoughts on “Stephen Chbosky – The Perks of being a Wallflower”

  1. Dieses Buch – wenngleich ich es auf Deutsch bei mir stehen habe – ist eins meiner liebsten. Zahllose Grasflecken vom Sommer sind Zeugen, dass es überall mit hingekommen ist und mehrmals gelesen wurde.
    Der Film steht natürlich auch hier und zählt zu meinen Lieblingsfilmen, beide aber unabhängig vom anderen Werk. Etwas, das ich wirklich gerne allen empfehlen möchte. 🙂

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    1. Grasflecken! So was würde ich meinen Büchern niemals antun xD Ich werde ja schon total panisch, wenn der Buchrücken geknickt ist und schleppe sie – wenn ich sie irgendwohin mitnehmen – immer in der Plastiktüte rum. Damit die Ecken nicht knicken oder falls die Thermoskanne mal wieder in den Rucksack ausläuft (unendliche Sauerei…)

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    1. Ich hab ihn auch noch nicht gesehen, steht aber defintiv auf der Agenda. Ich finds interessant zu sehen, wie sich die Harry-Potter-Darsteller in Zukunft weiter beweisen. Emma Watson hat auf jeden Fall großes Potenzial. Ich bin gespannt, wie sie sich in „Noah“ so macht.

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