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Monatsrückblick | MAI 2014

MAI 2014

„Alles neu macht der Mai“, heißt’s ja so schön. Und da fang ich auch direkt mal an und poste meinen Monatsrückblick dem guten Vorsatz gemäß mal wieder rechtzeitig xD Und das obwohl im Mai fast noch mehr los war, als im April. Aber dafür hatte der Mai auch mehr Feiertage.

Die Qual der Wahl

Einen Grund zum Feiern hatte der gute Demokrat am Abend des 25. Mai, denn spätestens um 18.00 Uhr konnte er seine Bürgerpflicht als erfüllt ansehen – zuvor hatte er sich durch einen Wust an Stimmzetteln gequält (bei mir waren’s insgesamt 5 von den gefühlten Ausmaßen einer gesamten Rolle Tapeten!), seine bis zu 109 Stimmen verteilt (Gott sei Dank, „nur“ 96) und hoffentlich die richtige Entscheidung für die Europa- und Kommunalwahl getroffen. Und auch wenn man bei so viel Papier durchaus von der Qual der Wahl sprechen kann, stand bei mir nie zur Debatte, meinen Hintern aus der Sonne zu bewegen und artig ein (oder auch ein paar mehr) Kreuzchen zu machen. Wer sich in der Wahlkabine zu sehr unter Druck fühlt, keine Lust auf Sonnenverzicht hat oder dem sonst ein Pups quer sitzt – Briefwahl heißt das Zauberwort. Also keine faulen Ausreden mehr – für dieses Recht ist man in der DDR damals schließlich auf die Straße gegangen, dafür kämpfen die Menschen in Ägypten, Syrien und der Ukraine just in diesem Moment.

Und weil mir bloßes Wählen in diesem Jahr nicht gereicht hat, hab ich mich als Wahlhelfer gemeldet. Es gab zum einen eine kleine Finanzspritze und war in jedem Fall die interessante Erfahrung, die ich mir erhofft habe. Am Ende steht die Erkenntnis: Im Wahlbüro hat man zahlreiche Begegnungen der dritten Art („Wollen Sie nicht für mich wählen?“ – „Danke ich hab schon.“ // „Ich hab unten in der Ecke unterschrieben und meine Anschrift hinterlassen.“ – „???“ – „Na wegen des Gewinnspiels.“ // „Ich hab das gewählt, was ich schon seit 1940 immer wähle!“ – „Oooooooooo-kay…“). Das Auszählen von Stimmzetteln ist mehr als Strichliste führen („Jetzt löst du das Siegel vom Netzwerkstecker des PCs, startest das Programm von dem USB-Stick aus dem versiegelten Umschlag, gibst folgende zwei Passwörter ein, nummerierst die Stimmzettel durch und gibst sie DANN Kreuzchen für Kreuzchen ein.“). Organisation und reibungslose Durchführung einer Wahl sind sehr arbeitsintensiv, man muss Tonnenweise Gesetze und Regelungen beachten („Die wie vielte Waschmaschine hab ich dieser Unterschrift jetzt allein für heute gekauft?“ – „Ich bräuchte eh ne neue.“), und trotz allem kommt der Spaß auch nicht kurz („Hmmm, da will einer Batman wählen.“ – „Der steht aber doch gar nicht zur Wahl, dacht‘ ich.“). Kurzum ein tolle Erlebnis, immer wieder gerne.

Europa trägt nun Bart

Nein, nicht weil sich Herr Schulz etwa doch noch zum Kommissionspräsidenten gemausert hat. Am 10. Mai holte Frau…Herr…Kunstfigur Conchita Wurst beim ESC in Kopenhagen den Sieg für Österreich! Und löste dabei nicht nur Gänsehautattacken bei den grauen Herren des ORF aus, sondern brachte gleich ein neues Zeitalter der Toleranz über ganz Europa. Erm…ja…wie tolerant Europa wirklich ist, sieht man ja unter anderem an Wahlergebnis in Frankreich. Aber genug von der Politik. Neben den bärtigen Stimmwunder mit der Bond-Ballade war der diesjährige ESC (Nomen est omen? ;)) zwar nicht zum Weglaufen, besondere Highlights suchte man jedoch vergeblich. Während Vorjahressieger Dänemark es mit einem Bruno-Mars-Klon probierte und Schweden die bisher verleugnete Zwillingsschwester von Helene Fischer ins Rennen schickte, hatten die meisten Beiträge durchaus ihren Reiz (Stichwort: Polen und das butterstampfwütige Busenwunder), aber wirklich vollends begeistern konnte keiner. Hier ein bisschen Boyband (in schlecht: Weißrussland, in gut: Finnland), da ein paar Elektrobeats (Griechenland), ein bisschen Ethno (Malta, Georgien) und ein bisschen gute Laune aus der Schweiz. Mister Grand-Prix ist nach wie vor nicht von der obligatorischen Teilnahme abzubringen, taugt aber höchstens als Gradmesser für das verhältnismäßige Abschneiden des deutschen Beitrages („Hauptsache nich hinterm Siegel!“).  Wo sind die skurrillen Gestalten, die Zwerge mit den spitzen Hüten, die Metal-Band mit den Horror-Masken…hach…seufzt. Am nächsten dran kamen immerhin die Teletubbies aus Island, die poppige Toleranz-Liedchen für Kinder machen. Daumen hoch! Auch der Lettische Beitrag, der es leider nicht ins Finale geschafft hat, hatte durchaus Unterhaltungswert („Ich muss einen Kuchen backen, haber aber keine Ahnung wie…dub dub dub!“ Ich möchte ein Herzchen drum machen <3). Die Und dann als vorletzter Beitrag kam er doch noch kurz, der Amazing Moment. Als unsere holländischen Freunde „Calm After The Storm“ anstimmten. Drei Minuten lang ehrliches Liedermachen, ohne Schischi, ohne Effekt. Für mich persönlich der tatsächliche Sieger des Abends.  Aber ich gönn’s der Wurst. Fleisch ist schließlich mein Gemüse, ich mag Bärte so grundsätzlich, wenn auch nicht an Frauen, also passt das für mich. Deutschlands Bilanz am Ende: abgeschlagen auf Platz 18, was der Qualität des Lieds sicher nicht entsprach, aber Elaiza zumindest national den verdienten Karrierepush verschaffen dürfte. Sie sind ja schon dufte, die Mädels.

Was den ESC trotzdem alljährlich schauenswert macht: Kommentatorkönig Peter Urban, der einfach aus allem einen guten Gag machen kann. Danke danke danke! Und dann war da noch die Twitter-Timeline, die Einsplus live neben dem TV-Bild und zahlreichen Instagram-Bildchen streamte. Selten so gelacht, es machte die Show zum länderübergreifenden Kollektiverlebnis. Irgendwie ein tröstlicher Gedanke, wenn man wenigstens europaweit schadenfroh ist 😉

Mit dem Panzer an die französische Riviera

Des Weiteren waren mal wieder Filmfestspiele in Cannes, von denen ich in diesem Jahr so wenig mitbekommen habe wie nie zuvor. Irgendein Spaßvogel versuchte unter das Kleid irgendeiner Schauspielerin zu krabbeln, es blitzte mal wieder unbeabsichtig (hust) barbusig und Ryan Goslins Regiedebüt wurde komplett verrissen, was dem weiblichen Publikum ziemlich egal sein dürfte, solange er VOR der Kamera immer noch eine gute Figur macht. Und mein persönliches Highlight: Sylvester Stallone und seine Konsorten promoten „The Expendables 3“ – wie es sich für einen solchen Film gehört auch direkt mit großem Geschütz, nämlich einem Panzer. Spätestens jetzt ist es an der Zeit die deutschen Waffenexporte in Krisengebiete noch einmal gründlich zur Diskussion zu stellen.

Alles hat ein Ende…

(Nein, der Künstlername unseres österreichischen Paradiesvogels muss an dieser Stelle NICHT für einen schlecht platzierten Gag herhalten…so tief sinkt dieser Blog nicht xD)

Bei wer-kennt-wen werden zum Juni die Segel gestrichen. Von der facebook-Konkurrenz überrollt verschwindet das soziale Netzwerk somit wie auch schon StudiVZ endgültig von der Bildfläche. Ein schönes Beispiel dafür, wie nah in dieser Branche Boom und Fall beieinander liegen.

Und auch eine andere Ära neigt sich dem Ende. Knapp eine Woche vor dem Start des renommierten Festivals „Rock am Ring“ verkündet Veranstalter Lieberberg „überraschend“, dass es 2015 kein Festival am Nürburgring mehr geben und man sich unter 6 Optionen einen anderen Standort wählen werde. Derzeitiger Favorit sei ein altes Militärgelande in Mönchengladbach. Aber auch das Messegelände in der Nähe von Mainz stünde zur Diskussion. Für Ringrocker-Umtriebige kommt diese Entscheidung wohl nicht ganz so überraschend. Schon seitdem der Nürburgring mit der Insolvenz kämpft, stand dies immer wieder zur Debatte. Auch das erstmalige Veranstalten eines Festivals am Hockenheimring im letzten Jahr gab ordentlich Dampf auf die Turbinen – trotz konstantem Dementi der Lieberbergs. In den letzten Tagen wurde außerdem bekannt, dass die Finanzierung des Nürburgringes „nicht sooo sauber“ von Statten gegangen ist, was die Eigentumsverhältnisse und das Investoreninteresse sicherlich nicht durchsichtiger macht. Alles in allem keine guten Voraussetzungen um ein Festival dieser Größenordnung planen zu können, keine Frage. Doch darin die einzige Erklärung zu sehen…man kann getrost skeptisch sein. Unter den Ringrockern machte sich vermehrt Unmut breit – über fehlende Kommunikation zwischen Fans und Veranstalter und über horrend hohe Ticketpreise, die mancher den Lieberbergs als persönliche Bereicherung ankreidete. Das Festival an sich sei zu groß, nur noch von „Assis“ bevölkert und hätte seinen ursprünglichen Kult verloren. Und dies scheint sich in diesem Jahr auch im Verkauf niederzuschlagen. Rock am Ring ist zum ersten Mal seit einigen Jahren nicht ausverkauft. Ist es also Kalkül, dass die Lieberbergs gerade zu diesem Zeitpunkt die Info bekannt geben, dass Rock am Ring zum letzten Mal in der bisherigen Form stattfinden wird? Um die letzten Tickets an Nostalgiker loszuwerden, die hyperventilierend schreien „Oh Gott ich muss da noch mal hin, bevor’s aus ist?“ Ein Schelm der etwas Böses denkt…Fakt ist inzwischen: Der Streit um den schnöden Mammon hat das Ende jener Ära begründet. Capricorn und Lieberberg konnten sich nicht über die Beteiligung am Gewinn einigen. So wird es im nächsten Jahr also am Ring zum gewohnten Datum in Zusammenarbeit mit der DeAG ein neue Festival mit Namen „Grüne Hölle“ stattfinden, während Lieberberg ein „Rock am Ring“ ohne Ring veranstaltet. In diesem Sinne, frohes Geldscheffeln 😉

Mit diesem Gedanken entlasse ich euch in den Juni. Ich hoffe, man liest sich im nächsten Monate wieder.

Eure Christina von booksnstories

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1 thought on “Monatsrückblick | MAI 2014”

  1. Guck an, da hab ich noch was gelernt 😀
    Auch wenn ich deinen Beitrag erst jetzt entdeckt hab (aber sonst biste ja auch nicht so früh) – Ich frag mich nur: Wo haste deine Bücher versteckt? Du kannst deinen SuB nicht ewig verstecken 😛

    Gefällt mir

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