Cinema, Der Hobbit

Oscars ’15: Die Nominierungen

Freunde der gepflegten cineastischen Unterhaltung. Seit zwei Tagen stehen sie fest, die Nominierungen der diesjährigen Oscars (zu finden hier). Die Abstimmung läuft bis zum 17. Februar, die Verleihung findet am 22. Februar unter der Moderation von „How I Met Your Mother“-Barnie Neil Patrick Harris statt – das wird sicher unterhaltsam, aber auch nicht nur aus logistischen Gründen in diesem Jahr schwierig für mich 😉 Aber erst einmal ein kleiner Abstecher in die Kontroversitäten-Ecke. Da ist es wieder: die Diskussion, der Vorwurf, der Skandal. Kein schwarzer Darsteller wurde in den Hauptkategorien nominiert! Und Frauen gibt’s auch wieder kaum! Zugegebenermaßen ist es schon auffällig, dass man sich beim „Martin Luther King“-Biopic „Selma“ gekonnt um die Kategorien Bester Film, Bester Regisseur, bester Hauptdarsteller herumschifft. Aber überrascht das ernsthaft noch wen, nachdem „Mandela“ im letzten Jahr auch schon unterging? Und wenn keine Frau Filme dreht, kann man eben auch keine nominieren. Vielleicht sollte man auch in Amerika mal über ne Frauenquote nachdenken, ist ja schließlich bei uns auch ein Erfolgsmodell…erm…nicht.

Aber nun zu den Nominierungen selbst. Angeführt wird die Liste von „Birdman“ und für mich eine kleine Überraschung „The Grand Budapest Hotel“ mit jeweils 9 Nominierungen, gefolgt von „The Immitation Game“ mit 8. Zu ersterem habe ich wenig zu sagen außer „Diese Unterhose und ich = never“, Zweiteres steht auf der Agenda und sieht auch recht unterhaltsam aus, so vollgestopft mit allen Stars, die nicht bei drei auf den Bäumen waren, und einer großen Portion Skurrilität. Aber DER Film, der am meisten begeistern soll? Naja, schaun wir mal. Und über „The Immitation Game“ habe ich mich ja bereits ausgiebig im Filmausblick 2015 ausgelassen.

Insgesamt ist es für mich ein echt schwaches Oscar-Jahr. Vieles vom amerikanischen Markt, was erst 2015 noch nach Europa rüberschwappt, aber die ganz großen Highlights gibts jetzt nicht. Daher gebe ich auch keine Prognose ab, wer was gewinnt. Macht keinen Sinn, wenn man nur zwei drei der Filme überhaupt kennt. So sagt mir noch nicht mal einer der nominierten Filmsongs auch nur irgendetwas – ja hätte ich mir mal „Lego – The Movie“ angeschaut, dann würde ich vielleicht auch sagen „Everything is Awesome“. Aber so gut kann das Ganze auch nicht sein, WEIL es der Academy noch nicht mal eine Nominierung als bester Animationsfilm wert war. Irgendwas läuft doch da nicht rund in Übersee.

Selbst „Interstellar“, der ja nun wirklich durch die Decke ging und man muss es ja zugeben, Nolan macht Filme, manchmal sind sie sogar gut – abgespeist mit Nebenkategorien, aber das zumindest 5 Mal. Der Beweis – entweder machste Filme für die Kinokasse, dann mögen dich die Studios, oder du machst Filme für die Awards, dann gibt’s zwar Ruhm, aber kein Geld. War ja schließlich mit „Inception“ auch schon so. Hans Zimmer beschert „Interstellar“ wenigstens die Nominierung mit „Bester Soundtrack“. Gesellschaft bekommt unser Quotendeutscher von Wim Wenders – ja Totgesagte leben länger. Wenn auch nur mit „Beste Dokumentation“ für „The Salt of the Earth“ über einen brasilianischen Fotographen und nicht als „Bester ausländischer Film“ – wo sich Dänemark dieses Jahr erstaunlich rar macht. Es ist wie verhext.

Aber es gibt auch Lichtblicke: „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, ein wirklich guter Film, der zwar auch nur 5 Mal nominiert ist, dafür aber mit „Bester Hauptdarsteller“ und „Beste Hauptdarstellerin“ für Eddie Redmayne und Felicity Jones in der oberen Liga mitspielt. Auch „Into the Woods“ lässt mich hoffen, obwohl ich es nahezu verbrecherisch finde, Maryl Streep immer und immer wieder zu nominieren, egal, was sie spielt, sondern eben nur weil es Meryl Streep ist! Und der Film hat sicherlich mehr zu bieten, als den pradatragenden Teufel im Hexenkostüm singen zu sehen…hören…wie auch immer. Verzweifel klammere ich mich auch an die Kategorie „Beste Spezialeffekte“ – die einzige Kategorie bei der man das Gefühl hat, dass Hollywood noch nicht ganz den Bezug zwischen kommerziell erfolgreich an der Kinokasse und verdammt noch mal auch gut gemacht und deshalb Awardwürdig verloren hat.

Und ein letztes Mal bringen wir die Sprache auf den „Hobbit“: Abgeschlagen mit einer Nominierung für „Bestes Sound Editing“. Das war auch sicherlich einer der Lichtblicke im letzten Mittelerde-Streifen, aber für Make-Up, Kostüme und Smaug als das großartigste, was Special Effects seit langem hervorgebracht haben, ist das echt beschämend. Aber das war es im letzten Jahr auch schon. WETA ihr wisst selbst, dass ihr einen brillanten Job gemacht habt, also give a f***.

Und obwohl man nicht weiß, was die Zukunft so bringt, eine Sache ist gewiss: Auch in diesem Jahr gibt es wieder keinen Oscar für Leonado DiCaprio als Bester Hauptdarsteller – dafür aber hoffentlich für Eddie Redmayne 😉

In diesem Sinne verbleibt auf bessere Zeiten hoffend

Eure Christina von Books’n’Stories

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2 thoughts on “Oscars ’15: Die Nominierungen”

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