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[Rezension] Terry Teri – Mind Games

Die Welt, in der du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn jemand mit deinen Gedanken spielt? In Lunas Leben ist jeder online: virtueller Unterricht, Dates und Sport als Avatar, sogar das Parlament tagt digital. Nur Luna bleibt offline. Sie ist eine Verweigerin, seit ihre Mutter vor Jahren in einem Online-Spiel starb. Umso überraschter ist Luna, als sie von der mächtigen Firma PareCo zu einem Einstufungstest eingeladen wird – und einen der begehrten Programmierer-Jobs erhält. Warum hat die Firma so ein großes Interesse an ihr? Als Luna den begabten Hacker Gecko kennenlernt, beginnt sie die von PareCo erschaffene Welt immer mehr zu hinterfragen. Doch dann ist Gecko auf einmal verschwunden, und Luna kann sich nicht mehr an ihn erinnern …

   Titel: Mind Games
   Originaltitel: Mind Games
   Autoren/Hrsg.: Teri Terry
   Format/Seiten: Hardcover, Schutzumschlag | 464 Seiten
   Verlag: Coppenrath
   Erschienen: Juni 2015
   Preis: 17,95 € [DE]

   Teil einer Reihe?   Nein

In ihrem neusten Werk „Mind Games“ macht uns Bestseller-Autorin Teri Terry mit Luna bekannt. Als „digitale Verweigerin“ hat sie sich in einer stark technisierten ins Abseits befördert und gerät trotz allem – oder genau aus diesem Grund – in den Fokus eines mächtigen Softwarekonzerns. Stück für Stück wird mehr von Lunas Vergangenheit offenbahr und somit auch warum, man derartiges Interesse an ihr hegt. Und schließlich werden auch andere Parteien werden auf den Plan gerufen…

Meine anfängliche große Befürchtung waren die Parallelen zu „Die Rebellion der Maddie Freeman“, die der „Anfixtext“ auf dem Buchrücken dem Leser quasi aufdrängte. Diese Befürchtung bewahrheitete sich jedoch glüßcklicherweise nicht, beide Bücher sind zwar in der Beschreibung ähnlich, in der Umsetzung jedoch ausreichend unterschiedlich.
Stattdessen entäuschte mich eine andere Sache: Beim Titel „Mind Games“ hatte ich eine gewisse Erwartungen an die Handlung und die Charaktere. Ich erhoffte mir Manipulation und das gegeneinander Auspielen der verschiedenen Parteien – mächtiger Programmierkonzern, digitale Rebellen und die verblendeten dummen Schafe in der Gesellschaft. Mit diesen „Gedankenspielen“ kann das Buch zwar nicht aufwarten, dafür tobt sich die Autorin jedoch mit allerlei guten Ideen aus – das Vertröstete mich auch beim Lesen erst einmal, aber nach dem Beenden des Buches habe ich mich ein wenig geärgert, dass man zwar viele Ideen hatte, diese aber leider nicht konsequent bis zum Ende geführt hat. Vieles wird angerissen, aber dann lässt man den Leser damit allein. Und nicht zuletzt verärgert das Ende, das den Leser zwar nicht aprupt ereilt, aber mit der Frage zurücklässt, ob das denn jetzt nun wirklich des Problems Lösung sein soll. Wenn ja, ist dies eine recht jämmerliche und naive Lösung des Konfliktes, der während der vorherigen 300 Seiten derartig aufgebauscht wurde. Ein bisschen mehr Konzentration aufs Wesentliche, dies aber dann auch tiefgründig und zu einem logischen Ende gebracht – das wäre schön gewesen.

Was „Mind Games“ aber trotzdem zu einem wenn auch nicht überragenden, aber gut lesbaren und durchaus unterhaltsamen Buch macht, ist das Bedienen des Kopfkinos. Terry zeichnet mit ihren Worten und in den Gedanken des Leser entsteht ein wirklich lebhaftes und konkretes Bild dazu. Bei diesem Spiel mit den Gedanken hatte ich mehr als einmal tolle Szenen vor meinem geistigen Augen und nicht selten den Gedanken „Wow, stell dir das jetzt mal auf der großen Leinwand vor! Das würde dich umhauen!“ Und nicht zuletzt jene Schlüsselszene, in der Luna das Geheimnis der verschwundenen Hacker löst, brennt sich dem Leser – auch ohne passende Filmsequenz – nachhaltig ein. Ein erschreckender und leider nicht allzu abwegiger Gedanke, der die Frage aufwirft, was unsere Existenz denn eigentlich ausmacht – Gedankenströme, die nichts anderes sind als elektrische Impulse? Oder ist da doch noch mehr? In dieser Hinsicht hat „Mind Games“ wenn auch keinen Begeisterungssturm, so denn wenigstens in einem Punkt zum Nachdenken gebracht.

FAZIT

Ein solider Jugendroman, der den Zeitgeist trifft, in der Umsetzung zwar nicht vollständig überzeugen kann, aber dennoch seine guten Momente hat.

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