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Er hat es wieder getan…

Dass Sebastian Fitzek ein Phänomen ist, dürfte unbestritten sein. Seine Bücher allesamt Besteller, die Rechte an zahlreichen Werken dutzendfach verkauft und einer der wenigen deutschen Autoren, der sich auch im Heimatland des Thrillers, den USA, behaupten kann. Von der BILD-Zeitung „Thriller-Wunderkind“ genannt und bei öffentlichen Auftritten „wie ein Popstar“ gefeiert. In wenigen Tagen erscheint mit „Das Joshua-Profil“ sein neuster Roman.

Sebastian Fitzek - Das Joshua-Profil

Doch dass ein Sebastian Fitzek nicht nur immer für eine Überraschung gut ist, sondern sich auch vortrefflich auf Marketing versteht, beweist sein der neuste Coup. Pünktlich zur Buchmesse lüftete Bastei Lübbe ein ausgefuchstes Geheimnis, das mit dem Anfang Oktober erschienen Thriller „Die Blutschule“ des Autors Max Rhode zu tun hat.
Die Leserschaft ging dem Verlag bis dato auf den Leim und glaubte an die Geschichte, dass es sich bei Max Rhode um einen ehemaligen Gerichtsreporter handele, der zurückgezogen im Süden der Hauptstadt lebt, und nicht auf Facebook und Twitter zu finden ist, da er der digitalen vernetzten Welt kritisch gegenübersteht. Pünktlich zur Buchmesse nun der Knüller: Bei Max Rhode handelt es sich um niemand anderen als Fitzek, der bei der Buchpräsentation zur „Blutschule“ mit Vollbart und tätowierten Armen aufkreuzte (Bildbeweis hier). Doch damit nicht genug. Rhode ist gleichzeitig der Protagonist von Fitzeks Roman „Das Joshua-Projekt“, in dem es um einen erfolglosen Schriftsteller geht, der sich vom unbescholtenen Bürger zu einem Verbrecher wandeln soll und insVisier jener gerät, die Verbrechen bekämpfen wollen, bevor sie begangen werden. Sounds familiar somehow, huh?^^ Dem Ganzen vorangegangen war eine Internetaktion zum „Joshua-Profil“, bei dem die Teilnehmer sich als Profiler versuchen konnte. Ziel war es eben gerade die Identität von Max herauszufinden und als Gewinn lockte ein Meet & Greet mit Fitzek bei der Frankfurter Buchmesse. Ihr seht, der Kreis schließt sich. So viel Verstrickung (in Anspielung auf das Buchvover ;)) muss man erst einmal verdauen. Und auf die Idee, im Namen seines Protagonisten ein eigenes Buch zu schreiben, das im Roman als einziger Bestseller des Autoren selbst eine Rolle spielt, muss man auch erst einmal kommen.

Max Rhode - Die Blutschule

Aktionen zur Veröffentlichung seiner Bücher gab es in der Vergangenheit schon häufiger. So war Fitzek der erste Autor mit eigenem Stand auf der Leipziger Buchmesse 2013. Um „Der Nachwandler“ zu promoten wurden die Fans aufgefordert dem Stand in Schlafanzug und Nachthemd einmal einen Besuch abzustatten. Zu gewinnen gabs dafür eine exclusive Schlafzimmer mit dem Erfolgsautoren. Mit „Noah“ gab Fitzek so genannte Soundtrack-Lesungen. Im Zusammenspiel von Textpassagen, eigens komponierter Musik und Videoinstallationen erfuhr der Leser den Bestseller auf ungewöhnliche Art und Weise. Und die offizielle Vorstellung von „Passagier 23“ fand standesgemäß auf einem Kreuzfahrtschiff statt. Nun mit „dem Buch zum Buch“ also das nächste Kapitel in einer Erfolgsgeschichte.

Böse Zungen gehen gar so weit und behaupten, dass das Marketing eine größere Rolle bei Fitzeks Erfolg spielt als die Qualität seiner Romane. Dazu mag man stehen wie man will, Respekt muss man dem Ideenreichtum und der Findigkeit des Teams um den Autoren schon zollen. Sie wissen, was die Leute wollen und wie man sie ködert. Im Edeffekt geht es immer darum, im Bücherdschungel der knapp 90.000 Neuerscheinungen nicht unterzugehen und irgendwie die Aufmerksamkeit des Lesers zu erlangen (und natürlich auch seinen Geldbeutel zu erreichen). Und hier hat man die Aufmerksamkeit nun gleich auf zwei Romane gelenkt. Es darf wohl erwartet werden, dass die Bestsellerliste nach dieser Enthüllung eine eindeutige Sprache spricht und „Die Blutschule“ intensiv vom Branding Fitzek profitieren kann.

Wie viel Fiktion hinter Fitzek und seiner Kunstfigur Rhode steckt und wie intensiv „Die Blutschule“ und „Das Joshua-Profil“ miteinander verwoben sind, wird sich spätestens am 26. Oktober zeigen. Dann steht „Das Joshua-Profil“ in den Regalen zum Kauf bereit. Sind wir also gespannt, ob es bei cleverem Marketing bleibt oder uns tatsächlich ein spannungsgeladener Thriller erwartet.

Was sagt ihr zu der Aktion? Werdet ihr „Das Joshua-Projekt“ lesen? Und auch „Die Blutschule“?

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2 thoughts on “Er hat es wieder getan…”

  1. Ich finde, Fitzek ist nicht nur ein Autor, sondern ein Event. Spätestens wenn man eine seiner Lesungen besucht hat, weiß man das.
    Klar, er beherrscht Marketing sehr gut- aber daran kann ich nichts falsches finden.
    Und was die Qualität seiner Bücher angeht, kann ich persönlich mich überhaupt nicht beschweren. Bisher fühlte ich mich spannend und gut unterhalten, alles wunderbar.
    Aber es ist nunmal so, wo Erfolg ist, sind Neid und Kritik nicht weit.

    Liebe Grüße

    Anja

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    1. Hallo Anja,

      da hast du recht. Ich war bei der Soundtrack-Lesung zu „Noah“ – war schon ein Erlebnis und schön gemacht. Und ansehnliche Musiker-Freunde hat er da Wenn es zeitich klappt und ich Karten bekomme, bin ich vielleicht nächsten Herbst in Mainz oder Köln zu Release von „Das Paket“ wieder mit dabei.
      Ich fands bei der Lesung allerdings ein wenig befremdlich, dass wir mit dem Song „Celebration“ von Cool and the Gang aus dem Saal geworfen wurden, wo Fitzek die Stunden zuvor doch über durchaus ernste Themen referriert hat. Und dann gibts gleich zu Beginn der Lesung eine schöne Kamerafahrt über eine Müllhalde voller Plastik, es wird angeprangert, dass es viel zu viel Plastik-Müll auf der Welt gibt und dann kauft man am Autorenstand später ein Buch und der nette Herr vom Verlag fragt einen, ob man eine Plastiktüte dazu haben möchte? Als ich ihn fragte, ob er auch einen Stoffbeutel hat, habe ich nur einen sehr irritierten Blick geerntet. Ich kann mir solche Kommentare dann aber in der Situation auch nicht verkneifen.

      Und der Beitrag soll auch nicht vorwurfsvoll klingen. Im Gegenteil, ich finde es sehr respektabel, wie Fitzek vermarktet wird. Man muss faktisch heut zutage bei der Flut an Neuerscheinungen auch sehen wo man bleibt.
      Ich bin aber auch ein ironisch-sarkastisch veranlagter Mensch, das kommt auch oft bei Blogbeiträgen durch, die meisten Dinge, die ich schreibe, sind durchaus mit einem Augenzwinkern gemeint. Und sollen auch dazu anregen gewisse Dinge einmal näher zu hinterfragen. Ich hoffe, dass kann man aus dem Beitrag auch so rauslesen.

      Schön, dass du vorbeschaut hast. Ich wünsche dir noch viel Spaß bei Ankas Weihnachtsgeblubber 🙂
      Liebe Grüße

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