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[UPDATE] Filme 2015

 

Zeit für ein letzes Update in Sachen Kinojahr 2015. Schon etwas länger her und ist im Oscar-Fieber ein wenig untergegangen: Selma, ein Biopic über Martin Luther King. Die TV-Teaser haben mir schon mal Gänsehaut bereitet, der Film wird auf jeden Fall zum Schauen vorgemerkt. Bis Juni tut sich nicht viel, dort erwartet uns dann aber Victoria. Ein deutscher Film um eine junge Frau, die den Weg eines Kriminellentrupps kreuzt. Das besondere – ein One-Shot-Film, das heißt in einem Rutsch gedreht, ohne einen einzigen Schnitt. Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert, mit Preisen überschüttet, wird man wohl mal einen Blick riskieren müssen^^ Im Juli folgt gleich noch etwas Besonderes, wenn auch in anderer Hinsicht. In Kartoffelsalat versammelt sich die Tube-Szene zu einem wirren Film-Reigen, in dem es irgendwie weniger um die Sache (Zombieapokalypse) als das Abfeiern der eigenen Berühmtheit zu gehen scheint. Im Sinne des Untertitels – noch Fragen?
Mit Margos Spuren kam im Juli eine weitere John-Green-Bestseller-Verfilmung in die Kinos. Ich bin unentschlossen, da ich Cara Delevigne irgendwie nicht leiden kann, sie mir zu omnipräsent ist – und ich habe wirklich nichts gegen Personen mit markanten Augenbrauen, aber schön muss ichs trotzdem nicht finden.
Der August hat die meisten Das-will-ich-mir-aber-auch-noch-anschauen zu verzeichnen. Mit About a girl und Coconut Hero kamen zwei vielversprechende in Deutschland produzierte Coming-Off-Age-Filme in die Kinos. Auch Boy 7, eine Buchverfilmung des gleichnamigen holländischen Jugendbuchs, glänzt mit nationalen Namen wie David Kross und Emilia Schüle – da kann man auch verschmerzen, dass es sich „nur“ um ein Remake des erst kurz zuvor veröffentlichten niederländischen Orginials handelt. Ein Fazit für das Kinojahr 2015 kann man somit schon einmal vorwegnehmen: Deutsches Kino braucht sich in diesem Jahr wirklich nicht zu verstecken – und hatte für mich auch klar die besseren Filme parat, als die internationale Konkurrenz. Komplettiert wird der Juli durch Straight Outta Compton und Das Märchen der Märchen. Ersteres ein vom Kinopublikum enorm gefeiertes „Biopic“ über die Anfänge jener Männer, die das Hip-Hop-Genre der letzten Jahrzehnte maßgeblich geprägt haben: Dr. Dre, Ice-Cube und Eazy-E. Gib mir die Ghetto-Faust, es geht hart zur Sache. Ich warte auf die DVD, ums mir im Orginalton anzuschauen, denn ich brauche ehrlich gesagt keine deutsche Übersetzung, an der Personen wie Haftbefehl mitgewirkt haben…
Zweiteres ist eine Verfilmung einiger Märchen des sogenannte Pantameron, eine Märchensammlung aus dem 17. Jahrhundert, bei denen die Gebrüder Grimm sich sagen wir mal „massiv inspiriert“ haben. Besitzt zwar das Prädikat „besonders wertvoll“, hat in meinen Augen aber ein massives Storydrive-Problem – neben der ganzen „Erotik“, der unerwarteten Blutrünstigkeit und den haufenweisen WTF-Momenten.
Der September wartete mit Knight of Cups auf. Ein Film von dem man nicht so recht weiß, worum es eigentlich geht, aber der Cast versammelt Namen wie Bale, Blanchett, Portman, Kingsley und Banderas, dass man da eigentlich nicht drumherum kommt. Life ist ein Biopic um James Dean und seine Zusammenarbeit mit einen Fotographen, durch die jene berühmten Portraits des Schauspielers entstanden, die alle Welt kennt. Ich persönlich habe ja einen Narren an Dane DeHaan gefressen. Nachdem er James Franco schon im Spiderman-Reboot als Goblin nachfolgte, verkörpert er also nun wie Franco vor ihm die Schauspiellegende James Dean. Da muss man natürlich herausfinden, ob DeHaan auch diesen Vergleich für sich entscheidet – dass Robert Pattinson mitspielt, wird man dann wohl verschmerzen müssen. Auch in Ich und Kaminski geht es künstlerisch zu, Daniel Brühl begibt sich als arroganter Kunstjournalist zusammen mit dem „blinden“ Maler Kaminski auf einen Roadtrip. Eine Buchverfilmung nach Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“), die auch optisch bestechen soll. Klingt gut! Auch eine Buchverfilmung ist Der Marsianer – Rettet Mark Watney, ein Film um einen auf dem Mars gestrandeten Astronauten, den seine Kollegen von der Erde aus nun zu retten versuchen. Hält neben praktischen Tipps zum Überleben in unwirklicher Umgebung aber auch sehr viel amerikanischen Pathos bereit, daher steht für mich auch hier ein Fragezeichen hinter dem Film. Gar nicht pathetisch, dafür aber schonungslos geht es in The Program – Um jeden Preis zu. Hier wir ein Blick hinter die korrupten Machenschaften des Radsports geworfen und die Doping-Affäre um Lance Armstrong aufgearbeitet. Allein Ben Foster in der Rolle des mehrfachen „Tour de France“-Siegers – absolut sehenswert. Der Oktober vermeldet aber auch einen Verlust – Frankenstein wurde auf April 2016 verschoben – und wenn ich mir das bekannte Material so betrachte, finde ich das ganze auch gar nicht mehr so ansprechend. Da heißt es abwarten.
Kommen nun nur noch je zwei Filme im November bzw. Dezember zu meiner Liste hinzu. Jane got a gun reizt mich eigentlich nur wegen des Casts, wobei so ein bisschen Western ja immer geht. Joaquin Phoenix als Philosophie-Professor, der sich in Irrational Man mit seiner Studentin (Emma Stone) einlässt – allein die Kombi Phoenix und Philosophie hat schon so viel Potenzial, der Mann ist einfach großartig.
Im Herzen der See kämpfen Chris Hemsworth und Cilian Murphy nach einem Walangriff auf ihr Schiff ums Überleben. Jenes historische Ereignis inspirierte den im Film von Ben Wishaw verkörperten Autoren Melville, der damals selbst Teil der Besatzung war, später zu seinem Klassiker „Moby Dick“. Ich erwarte nicht nur einen großen Wal, sondern auch große Bilder 😉
Wenn Amerikaner sich an die Historie eines anderen Landes heranwagen (wahlweise Deutschland oder Russland), geht das ja nicht immer gut. Wenn es aber ein Steven Spielberg mit einem Drehbuch der Coen-Brüder tut, ist man geneigt, dem Ganzen doch ein wenig Vertrauen zu schenken. In Bridge of Spies – Der Unterhändler erzählt der Erfolgsregisseur die Geschichte eines amerikansichen Anwalts (Tom Hanks), der im Berlin zur Zeit des Kalten Krieges über einen Gefangenenaustausch mit der Sowjetunion verhandeln soll. Spricht mich von der Geschichte her zwar eher nicht an und auch Tom Hanks gehört zu den Personen, die ich sonst eher meide. Aber der deutsche Schauspieler Sebastian Koch dürfte in einer internationalen Hollywood-Produktion gut anzusehen sein und auch Bilder aus den Straßen Berlins gehen auf der großen Leinwand immer.

So damit beschließe ich meine Pläne für das Kinojahr 2015. Wie sah euer Kinojahr bisher aus, weche Filme wollt ihr euch unbedingt noch anschauen, bevor es am 31. Dezember Null Uhr läutet?

Cineastische Grüße von eurer
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7 thoughts on “[UPDATE] Filme 2015”

  1. Hey Christina 🙂
    Oh, da hab ich ja noch einen Kinofan hier gefunden, das finde ich echt super toll! Aber wenn ich das richtig verstanden habe, hast du nicht alle von den Filmen gesehen, oder? Also..ich bin auch wirklich eine leidenschaftliche Kinogängerin, weshalb es mich wundert, dass die Hype-Filme hier gar nicht so auftauchen, sprich Star Wars oder die Tribute von Panem (beide übrigens echt gut!). Aber ich schäme mich, dass ich von den Vorgestellten wirklich die wenigsten gesehen habe…:/ „Der Marsianer“ kann ich dir nur empfehlen! Auch wenn natürlich viel amerikanischer Pathos vorhanden ist, wie du ja schon sagst, ist er wirklich faszinierend und lustig! 😉
    Ganz liebe Grüße,
    Julia

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    1. Yay, komm näher und hereinspaziert!
      Nein, das ist quasi der dritte Teil meiner LuK – Liste ungesehener Kinofilme xD Ich aktualisiere meine „To Watch“-Liste immer wieder, da sich die Kinostarts ja unterjährlich verschieben und neue interessante Filme dazu kommen, die man zu Beginn des Jahres noch nicht auf dem Schirm hatte. Deswegen sind da auch Star War und die Tribute nicht zu finden, die sind natürlich im ersten Kinopost für 2015 als Must-Sees fest geetzt gewesen. Wenn du dich dafür interessierst, der gesamte Text ist oben unter der Seite CINEMA – Vorschau: Filme 2015 zu finden. Aber Vorsicht…viel Text!^^ Und viel Ironie und Augenzwinkern.
      Und ich fand Panem…ehem…naja warte meine Jahresend-Wertung ab, die in den nächsten Tagen online gestellt wird xD
      Buchverfilmungen haben ohnehin Vorrang vor allen anderen Filmen, daher hat „Der Marsianer“ wohl gute Karten.

      Liebe Grüße zurück 🙂

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  2. Tolle Filmtipps. „Selma“ will ich auf jeden Fall auch sehen. Der Trailer hat mich schon sehr angesprochen. Ich warte darauf, dass der Film auf Amazon Instant Video verfügbar wird. Oder vielleicht finde ich ihn ja mal in der Bibliothek zum Ausleihen… jedenfalls würde ich den Film total gerne mal schauen. Mich interessiert das Leben von Martin Luther King sehr, weil er in meinen Augen ein sehr bewundernswerter Mann war, der Großes geschafft hat. Ein echtes Vorbild eben.

    Schöne Feiertage!
    Liebe Grüße
    Myna

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    1. Ich bekomme bei seiner weltberühmten Rede immer noch Gänsehaut- und sie hat ja (leider muss man sagen) nichts an ihrer Aktualität eingebüßt.
      Es gibt ein schönes MashUp von MashUpGermany aka Ben Stilller (klick), bei dem er auch mit der Luther-King-Rede und einer „Yes, we can“-Rede von Obama arbeitet. Hör dir das mal an, MashUpGermany macht auch noch andere schöne Sachen.

      Schön, dass du da warst und auch dir schöne Feiertage!
      Liebe Grüße

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  3. Ooh, da hast du ja einige schöne Filme gesehen.
    Im Kino war ich 2015 irgendwie kaum. Ich hab „Honig im Kopf“, „Traumfrauen“ und „Kleine Ziege, sturer Bock“ gesehen… Na wahnsinn haha. So zusammengefasst ist das ja schrecklich 😀 dabei gab es einige Filme, die ich gerne geguckt hätte, aber irgendwie krieg ichs nie hin.
    Jetzt im Dezember würde ich eigentlich gerne zumindest noch „Der kleine Prinz“ sehen – aber vermutlich wird auch daraus nix..

    lg Caro

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    1. Wenn ich für nichts anderes Zeit habe, aber Zeit für Kino nehme ich mir 🙂 Es ist eben ein ausgeprägtes Hobby. „Honig im Kopf“ werde ich mir wohl auch noch anschauen, obwohl mir gefühlsduselige Til-Schweiger-Filme eigentlich auf den Keks gehen und ich Didi Hallervorden eher mit „Die Wanne ist voll“ in Verbindung bringe. Aber die Ausschnitte, die ich aus „Honig im Kopf“ gesehen habe, gehen einem ja schon nahe und ans Herz, daher bekommt der Film eine Chance.
      Mit dem kleinen Prinzen konnte ich schon als Buch nicht so viel anfangen, aber der Film ist schön animiert. Dann drück ich mal die Daumen, dass das mit dem Kinobesuch noch klappt.

      Liebe Grüße

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