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[REZENSION] Katrin Bauerfeind – Und hinten sind Rezepte drin

Vom  Wahnsinn, eine Frau zu sein.

Kann ich emanzipiert sein und trotzdem ohne Unterwäsche in die Stadt?
Bin ich schon eine moderne Frau, nur weil ich nicht kochen kann?
Muss es in Frauenbüchern eigentlich immer um Männer, Mode und Cellulite gehen?

Wenn Sie solche Fragen mögen, werden Sie in diesem Buch viel Spaß haben. Wenn nicht, sind Sie vermutlich ein Mann. Dann ist es eh wurscht, weil Männer keine Bücher kaufen, geschweige denn lesen.

Es geht mir nicht um den Alice-Schwarzer-Ehrenpreis, es geht mir eher um eine Art Bestandsaufnahme. Darum, was es in diesem Land heißt, eine Frau zu sein. Das Thema ist zu ernst, um nicht lustig behandelt zu werden. und allen Frauen, die sich für solche Fragen nich so interessieren, sei gesagt: Hinten im Buch stehen Rezepte, ich verrate meine ultimativen Tricks für eine straffe Haut, und in einem Drittel der Geschichten geht es um Sex…

Robert Harris - Dictator

Titel: Und hinten sind Rezepte drin – Geschichten, die Männern so nie passieren würden
Autor: Katrin Bauerfeind

Format/Seiten: Paperback
Seiten: 224
Verlag: Fischer
Erschienen: 21. Januar 2016
Preis: € 14,99 [D] | € 15,50 [A]
Teil einer Reihe? Nein

Bewertung: ✪ ✪ ✪ ✪

Katrin Bauerfeind ist laut Wikipedia Journalistin, Moderatorin, Schauspielerin und Buchautorin. Sie ist ein klassisches Beispiel dafür, beim Namen sofort „Ja, na klar!“ zu sagen und bei der Frage nach dem „Und woher kennt man sie so?“ ein inbrünstiges „Ähm…“ verlauten zu lassen. Offensichtlich schreibt sie aber ab und zu Bücher und so beschäftigt sie sich nach ihrem Erstling „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“ in ihrem neuen Werk nun nicht mehr mit dem alltäglichen Scheitern, sondern mit den Besonderheiten des Frauseins – wobei jede Frau aus Erfahrung weiß, dass zwischen diesen beiden Dingen manchmal kein großer Unterschied besteht. Bauerfeind geht es nach eigener Aussage „nicht um den Alice-Schwarzer-Ehrenpreis“, sondern „um eine Art Bestandsaufnahme“ und „darum, was es in diesem Land heute heißt, eine Frau zu sein“. Ein hochgestecktes Ziel – dem das Buch nur stellenweise gerecht wird. Der Leser erlebt Alltagsanekdoten aus Bauerfeinds Erfahrungsschatz und auch manche überspitzt formulierte Geschichte, die so sicherlich nicht passiert ist – aber durchaus passieren könnte. Ob es sich dabei tatsächlich um Geschichten handelt, die Männern nicht passieren würden, sei einmal dahingestellt – das muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Bei der zugehörigen Leserunde der Lesecommunity Lovelybooks entbrannten darüber durchaus hitzige Diskussionen. Überhaupt ist die Individualität des Lesers sehr entscheidend für die Wahrnehmung des Buches. Was der eine lustig findet, stößt dem anderen sauer auf. Wo der eine sagt: „Ja, GENAU so etwas ist mir auch schon passiert“, kritisiert der andere, dass dies doch vollkommen hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen sei. Ob man Gefallen am Buch findet, hängt starkt davon ab, wie viele dieser „Wiedererkennungsmomente“ man selbst hat. Ich jedenfalls hatte sie zuhauf, mehr noch, manchmal habe ich mich gefragt, ob Frau Bauerfeind in dieser oder jener Situation zufällig dabei gestanden und sich fleißig Notizen für ihr neustes Buchvorhaben gemacht hat.  Mir bot sich viel Gelegenheit zum Lachen und mit vielen ihrer Thesen stimme ich überein. Ich sage bewusst, Thesen, denn leider lässt die sachliche Untermauerung der meisten Aussagen zu wünschen übrig. Aber im Endeffekt muss man sich klar machen, dass man kein Sachbuch oder gar einen Ratgeber liest, sondern etwas, das in erster Linie humoristisch sein und Spaß machen soll. Und das funktioniert prächtig.

Gut geeignet ist dieses Buch auch für Lesefaule oder für jene, die Bücher gerne in kleinen Häppchen genießen. Ich tituliere das Buch jetzt bewusst nicht als Klolektüre, wobei auch dieses Wort in der Leserunde des Öfteren fiel. In seltenen Fällen im im Sinne von „Kann man in eben jenem runterspülen“, meist jedoch im Sinne von „Gut zum Zeit überbrücken“.

FAZIT

Insgesamt lässt sich trotz einiger Kritikpunkte ein positives Fazit ziehen. Kurzweilig und unterhaltsam begeistert die Autorin mit ihrer schon aus dem Vorgänger gewohnten frisch-fröhlichen Art. Ich für meinen Teil kann jedenfalls sagen: Ich freue mich auf Ihr nächstes Buch, Frau Bauerfeind!

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