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[REZENSION] Morgan Rhodes – Falling Kingdoms: Flammendes Erwachen

Ein buchiges Hallo an euch,

heute berichte ich ein wenig von meinen Leseeindrücken zu „Falling Kingdoms: Flammendes Erwachen“ von Morgan Rhodes. Dabei handelt es sich um den Ende letztes Jahres veröffentlichten Auftakt einer bisher sechsteiligen Reihe, dessen beide Fortsetzungen bereits im Januar und Februar erschienen. Ist man also für die Geschichte „entflammt“, kann man die Hälfte bequem in einem Rutsch durchlesen, ohne lästiges Warten. Vielen Dank dafür an den Verlag, denn als Fantasy-Fan ist man ja Kummer gewohnt und muss oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die „Game of Thrones“-Jünger unter uns können ein Lied davon singen, auch wenns hier nicht am Verlag, sondern am Autoren selbst liegt. Und wo wir gerade beim Thema „Game of Thrones“ sind: Man geizt bei dem Bewerben von „Falling Kingdoms“ nicht mit dem Vergleich zu Martins Fantasy-Epos. Zugegeben keine neue Idee und dieser Vergleich wird genauso inflatinär gebraucht, wie einst Tolkiens „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“- wir Mittelerde-Fans freuen uns übrigens seit dem aufkommenden Hype im Jahre 2011 ein Loch in den Bauch, dass dieser Quatsch endlich ein Ende hat und nun auch mal ein anderes Fantasy-Meisterwerk den Buchrücken hinhalten darf. Warum der Vergleich mit „Game of Thrones“ im Falle von „Falling Kingdoms: Flammendes Erwachen“ aber ausnahmsweise einmal angebracht ist, erfahrt ihr in der folgenden Rezension. Eine Warnung vorweg: Lest sie bitte mit dem gleichen Augenzwinkern mit der ich sie auch geschrieben habe 😉

„Perfektes Lesefutter für Fans von >Game of Thrones<.“ tor.com

Das Reich des Westens steht vor einer dunklen Zeitenwende. Drei Königreiche ringen um die Macht, drei Königshäuser kämpfen ums Überleben. Die junge Cleiona von Bellos muss sich auf die gefahrvolle Reise durch eine untergehende Welt begeben, wenn sie die alte Magie der Elemente wiedererwecken und dadurch ihr Königreich retten will. Denn zwei Heere ziehen gegen ihr Haus in den Krieg. Unter den Angreifern sind Jonas, der aufbrausende junge Berater des Königs von Paelsia, und Magnus, der kühle Thronfolger von Limeros. Die Schicksale der drei jungen Menschen sind untrennbar miteinander verbunden, und inmitten von blutigen Schlachten und höfischen Intrigen müssen sie bald erkennen, dass das Herz tödlicher sein kann als das Schwert.

Morgan Rhodes - Falling Kingdoms - Flammendes Erwachen

Titel: Falling Kingdoms – Flammendes Erwachen
Autor: Morgan Rhodes

Format: Taschenbuch, Klappenbroschur
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Goldmann
Erschienen: 21. Dezember 2015
Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf VKP)
Teil einer Reihe? Falling Kingdoms

Bewertung: ✪ ✪ ✪ ✪

Ich möchte direkt zu Beginn klarstellen: Es wäre falsch zu erwarten, dass „Falling Kingdoms“ an die Komplexität von „Game of Thrones“ heranreicht. Statt sieben Haupthäusern und einer schier unüberschaubaren Anzahl von Charakeren in Gestalt von Rittern, Helden und Halunken hat man hier nahezu entspannende 3 Königshäuser mit knapp zwei Dutzend für die Handlung relevanten Charakteren. Da lacht der „Game of Thrones“-Jünger drüber, ich persönlich kann aber nur sagen: Ja, gute Fantasy kann auch so funktionieren. Man braucht keine 20-seitigen Namensglossen und Stammbäume, die bis zur Erschaffung der Welt zurückreichen! Wie beim großen Vorbild geht es um die Vorherrschaft über den Kontinent (aka das Reich des Westens, this rings a bell, huh? *Westeros* hust hust) und im Fokus steht ebenfalls die junge Generation, die sich mit den schwelenden Konflikten der Eltern bzw. der vorangegangenen Generationen auseinanderzusetzen hat. Magie und Religion spielen eine wichtige Rolle, die Grenzen dazwischen verschwimmen ähnlich wie beim „Lord of Light“ oder den „Old Gods“ und bieten politischen Zündstoff. Man könnte jetzt detalliert noch weitere inhaltliche Parallelen ziehen, aber ihr sollt ja selbst auch noch ein wenig Lesefreude haben, daher belasse ich es erst einmal dabei. Nun kann man vielleicht einwenden, dass es sich bei den genannten Beispielen ohnehin um klassische Elemente des Fantasy-Genres handelt, ich bin jedoch trotzdem der Meinung, dass der Vergleich zwischen „Falling Kingdoms“ und „Game of Thrones“ bei weitem näher liegt, als bei anderen Fantasy-Titeln, die ebenfalls mit Martins Epos in Verbindung gebracht und beworben werden. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar dazu, wenn ihr das Buch schon gelesen habt. Stimmt ihr mir zu oder seht ihr das Ganze anders?

Vergleicht man den Schreibstil ist auch hier Martin natürlich komplexer – und manchmal auch anstrengender. Ich habe mich vor kurzem dazu durchgerungen, bei „A Feast for Crows“ noch einmal anzusetzen und es nach 5 Minuten wieder gelassen, da ich derzeit einfach nicht damit zurecht komme. „Falling Kingdoms“ war mir angenehmer zu lesen. Die Beschreibung der Orte hält sich gut die Waage mit den Dialogen und den Einsichten in die einzelnen Charaktere. Die Kapitel befassen sich abwechselnd mit den jeweiligen Geschehnissen in einem der drei Reiche, stellvertretend für jedes Königreich folgt der Leser einem der drei Protagonisten.

Und auch hier fällt positiv auf: Wie bei Martin haben männliche und weibliche Charaktere gleichermaßen Raum zu Entfaltung. Während Prinzessin Cleiona ein wenig Sansa-esk und naiv daherkommt, finden wir in Lucia eine starke Persönlichkeit mit noch unentdeckten Fähigkeiten, die den Charakter im Verlauf der Reihe sicherlich noch sehr spannend machen werden. Jon, Verzeihung Jonas, ein Handwerkerbursche, findet sich unvermittelt und fast unfreiwillig in jenen Kreisen wieder, die gegen den Status Quo aufbegehren. Und dann ist da noch Prinz Magnus, der an seiner vermeintlichen Schwester mehr Gefallen findet, als gut für beide ist – klingt auch vertraut, irgendwie.

Ihr merkt schon, ihr seid mit mir an einen kleinen Fan von „Falling Kingdoms“ geraten. Nicht nur, dass der Vergleich mit dem großen Vorbild endlich einmal angemessen ist und es sich bei dem Roman tatsächlich um ein „Game of Thrones“ in der Light-Variante handelt, auch die Handlung und die aufgebauten Konflikte versprechen angemessene Spannung über den Auftakt hinweg. Die Charaktere sind authentisch und haben großes Potenzial. Und der Auftakt hält noch zahleiche andere Dinge bereit, von denen ich leider nicht berichten kann, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung für jeden aussprechen, der Gefallen an der Martin’schen Auslegung des Fantasy-Genres findet. Ich werde definitiv weiterlesen – und natürlich weiterhin an dieser Stelle davon berichten.

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7 thoughts on “[REZENSION] Morgan Rhodes – Falling Kingdoms: Flammendes Erwachen”

  1. Huhu,
    das Cover hat mich neugirig gemacht. Nur habe ich deine Rezi nicht zu Ende gelesen, da es ja der letzte Band ist, aber ich hab dann mal nach der Reihe gestöbert.
    Mir gefällt aber, dass du den Leser erst etwas einleitest, dann Infos gibst und zum Schluss die eigentliche Rezension kommt.
    Das ist mal was anderes!!

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  2. Hallöchen!

    Ich habe das Buch ebenfalls gelesen, muss aber sagen, dass es mir nicht ganz so gut gefallen hat, ich die Reihe aber definitiv noch weiter verfolgen möchte, denn viele sagen, dass sie noch um ein Vielfaches besser wird.

    Ich denke, dass am Anfang nur das Grundgerüst gelegt wurde und man nun in den weiteren Bänden darauf aufbaut.

    Aber alles in allem eine tolle Rezension!

    Viele liebe Grüße vom #litnetzwerk,
    Anna

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  3. Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin der einzige Mensch, der Game of Thrones nicht gelesen/gesehen hat. Vielleicht kann ich deshalb aber auch etwas unvoreingenommener an Fantasybücher herangehen, weil ich eben das große Vorbild nicht kenne. Deshalb merke ich mir deinen Buchtipp mal, denn drei Königreiche und ca. 20 wichtige Charaktere klingen machbar 😀

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    1. Hallo Friedelchen,
      haha, nein bist du nicht. Ich stecke seit drei Jahren in der Mitte des englischen Band 4 fest und bin jetzt sogar über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe mir in der Bibliothek das deutshe Pendant (Band 7) ausgeliehen, obwohl ich die deutsche Übersetzung nie nie nie lesen wollte. Und was soll ich sagen, ich bin auch beim deutschen an der gleichen Stelle hängen geblieben. Outlander 3 ist im Moment interessanter xD und dann kommt immer wieder ein anderes Buch um die Ecke, das mich dann mehr davon überzeugen kann, es doch bitte zuerst und jetzt gleich zu lesen.
      Ich habe auch noch die Rezensionen zu Band 2 und 3 in der Warteschleife, die mir nicht so ganz gefallen haben, wie der erste Band, aber ich werde dann beizeiten davon berichten. An Band 4 werde ich mich dann wohl auch in englischer Sprache begeben. Aber lies den Auftakt von „Falling Kingdoms“ auf jeden Fall und mache dir ein eigenes Bild.

      Danke für deinen Kommi, schön, dass du hier warst, und auf ein baldiges Wiederlesen.
      Buchige Grüße
      Christina

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