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[REZENSION] Jessie Hartland – Steve Jobs: Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie

Hallo liebe Bücherwürmer,

heute gibts eine Rezension zu einem Comic, genau genommen einer Comic-Biographie. Steve Jobs dürfte den meisten von uns ein Begriff sein – als Apple-Gründer und neben Bill Gates die bekanntesten Persönlichkeit der Computerbranche. Ein Vorreiter der modernen Informationstechnologie und Strippenzieher eines der mächtigsten Unternehmen der Welt. Nach seinem Krebstod im Oktober 2011 dauerte es nicht lang bis die ersten Biographien und auch BioPics auf den Markt kamen, denn Jobs war eine kontroverse Persönlichkeit, bei der Genie und Wahnsinn of nah beieinander lagen. Jessie Hartland hat sich dem Leben des iPhone-Erfinders nun auf zeichnerische Weise genähert.

Das Genie hinter dem iPhone – Steve Jobs, der Mann mit der Zukunftsvision.
Die Wetter-App auf unserem iPad sagt uns, was wir morgens anziehen sollen. Die Musik, die uns den Tag über begleitet, haben wir von iTunes. Und der Film, den wir abends schauen, ist von Pixar. Hinter all diesen Produkten steht Steve Jobs. Der Mann mit dem schwarzen Pullover bestimmt unseren Alltag – auch noch Jahre nach seinem Tod. Selbst das Internet gäbe es ohne ihn vermutlich nicht. Guru, Visionär, Tyrann, Erfinder, Verkäufer, Apple-Gründer – es gibt viele Geschichten über Steve Jobs. Zusammen ergeben sie das wahnsinnig geniale Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Umwerfend gezeichnet, locker erzählt und trotzdem mit Tiefgang: Diese Graphic Novel ist das iPhone unter den Biographien. Alle anderen sind bloß Telefone!

Jesie Hartalnd - Steve Jobs - Eine Comic-Biographie

Titel: Steve Jobs: Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie
Autor: Jessie Hartland

Format: Paperback/Klappbroschur
Seiten: 240 Seiten
Verlag: Fischer KJB
Erschienen: 25. Februar 2016
Preis: € (D) 16,99 | € (A) 17,50
Teil einer Reihe? Nein

Bewertung: ✪ ✪ ✪

 

Bescheiden kommt der Klappentext ja nicht gerade daher. Das iPhone unter den Biographien, soso. Da sind den Werbetexter vielleicht ein wenig die Pferde durchgegangen, doch ich greife vor.

Beginnen wir erst einmal mit dem Zeichenstil, der als „umwerfend“ angepriesen wird. Er ist speziell und typisch für das, was man von Jessie Hartland gewohnt ist. Grobe Strichführung, wenig Dreidimensionalität, Schwarz-weiß gehalten. Da Hartland sonst eher für Kinder zeichnet, mag das für diesen Zweck auch ganz passend sein und irgendwie mutet der Stil selbst wie die Zeichnung von Kindern an. Das muss man mögen, meine Geschmack trifft es leider so ganz und gar nicht. Als Graphic-Novel würde ich es im Gegensatz zum Klappentext auch nicht bezeichnen, denn es ist ja kein fiktiver Roman, sondern ein Sachbuch, also müsste es dann eine NonFiction Graphic-Novel sein. Und für eine Graphic-Novel erwarte ich schon einen etwas gehobeneren Zeichenstil, auch wenn sich der Comic als Erscheinung im KBJ Verlag der Fischer-Gruppe schon an Kinder und Jugendliche richtet.

Kommen wir zum Inhalt, „locker erzählt und trotzdem mit Tiefgang“. Dem kann ich auch nur bedingt zustimmen. Locker erzählt, ok. Es ist sicherlich eine Leistung aus der Fülle an Geschichten, die sich um Steve Jobs ranken, eine komprimierte Erzählung mit den wichtigstens Abschnitten und Ereignissen zu machen. Insgesamt hält sich der Informationsgehalt jedoch in Grenzen. Der Comic listet und zählt auf, differenziert aber an keiner Stelle oder bezieht eine eigene Stellung. Im Prinzip liest er sich wie ein gezeichneter Wikipedia-Artikel und beim Lesen erwischte ich mich ab und zu dabei, mich zu fragen, ob ich denn statt des Comics lieber tatsächlich den Wikpedia-Artikel gelesen hätte. Auch hier sehe ich das ganze natürlich durch die Brille eines Erwachsenen.

Bei allen Kritikpunkten habe ich jedoch auch Positives anzumerken. Der Comic gibt einen Überblick und für jene, die sich oberflächlich mit Steve Jobs Lebenslauf beschäftigen möchten, ist er sicherlich gut geeignet. Auch für mich gab es während des Lesens die ein oder andere überraschende neue Information. So wusste ich beispielsweise nicht, dass Jobs auch für ATARI gearbeitet hat, einem Vorreiter in Sachen Computerspiele, oder auch für Hewlett Packard – ja genau, die mit den Druckern 😉 Der Comic gibt auf jeden Fall Anlass, sich noch intensiver mit der Persönlichkeit hinter der Marke und auch der Geschichte der Informationstechnologie an sich zu beschäftigen. Das, was für uns heute Realität ist, war vor einem halben Jahrhundert noch Zukunftsmusik. Und wenn die Biographie eines verdeutlicht: Ohne Menschen wie Steve Jobs sähe unsere digitale, technisierte Welt heute anders aus.

FAZIT

Der Zeichenstil fällt leider durch und inhaltlich ist das Comic-BioPic für den Einstieg und groben Überblick sicherlich gut geeignet, ansonsten jedoch zu wenig tiefgehend und die doch nicht ganz unkontroverse Person zu undifferenziert beleuchtend.

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4 thoughts on “[REZENSION] Jessie Hartland – Steve Jobs: Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie”

  1. Huhu,

    ich glaube ein gutes gezeichnetes Sachbuch für Erwachsene ist eine Kunst für sich. xkcd aka Randall Munroe kann das sehr gut, kennst du „Der Dinge-Erklärer“?

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hallo Lena,
      in Sachen gezeichnetes Sachbuch habe ich bisher leider überhaupt keine Erfahrung. Habe ich bisher, wenn überhaupt lediglich als Nische wahrgenommen. Randall Munroes „What if“ fand ich total super, hier meine Rezension dazu. Danke für den Tipp, werde ich mir mal anschauen! Schön, dass du hier warst und buchige Grüße

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  2. Huhu 🙂

    Nun da bin ich ja froh, den Comic nicht bestellt zu haben. Ich muss gestehen, selbst ein kleiner Apple-Fan zu sein und die Biografie von Walter Isaacson habe ich sehr genossen, da sie unterschiedliche Sichtweisen auf Jobs‘ Leben zulässt. Ein Comic / eine Graphic Novel sollte durchaus in der Lage sein, solch eine Vielschichtigkeit abzubilden, aber da wäre ich wohl nur enttäuscht worden.

    Dennoch danke für die schöne Rezension 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Hallöchen estel90,
      ah ein Apple-ianer! Genau, diese unterschiedlichen Perspektiven und ein differenziertes Bild haben mir gefehlt. Aber ich denke, dass kann man in Wort und Schrift besser darstellen, als im Comic.
      Ich habe zwar immer ein bisschen Bedenken, wenn ich jemandem ein Buch madig gemacht habe, das ganze ist schließlich meine subjektive Meinung. Aber dennoch schön, dass es dir bei der Kaufentscheidung geholfen hat.
      Auf baldiges Wiederlesen und buchige Grüße

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