Books, Statistik

[STATISTIK] Gelesenes im Januar

Hallo liebe Bücherfreunde!

Nein, dies ist nicht der Monatsrückblick aus Februar, der einen Tag zu früh kommt ;) Da Januar und Februar davon geprägt waren, sich dem ausgiebigen Zelebrieren einer Power-Karnevals-Session zu widmen, blieb leider wenig Zeit fürs Bloggen. Das Lesen kam hingegen nicht zu kurz. Neben einem prominenten Totalausfall, war glücklicherweise auch viel Schönes dabei – zwei Rereads, die mich auch beim zweitenMal noch begeistert haben, und eine sehr bewegende Graphic Novel, die mich zu Tränen gerührt hat.

Viel Spaß bei meinen literarischen Entdeckungen aus dem ersten Monat des neuen Jahres.

Blog BeitragsUnterschrift

 

 

 

Gelesene Bücher: 6 [+1 Vormonat]
Comic & Graphic Novels: 6 [+3 Vormonat]
Hörbücher: 0 [- 3 Vormonat]
Gelesene Seite: 2308 (+209 Vormonat)
SuB:
Durchschnittliche Bewertung: 3,67 Sterne (+0,27 Vormonat)
Abgebrochene Bücher: 1

BÜCHER

Margaret Atwood – Der Report der Magd | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
Durch die Serienverfilmung und die Auszeichnung der Autorin mit dem Friedenspreis erfährt dieser Roman wieder vermehrt Aufmerksamkeit. Und dies völlig zu Recht, denn erstmals 1985 erschienen hat der Roman mit seinen über 30 Jahren zwar schon einige Zeit auf dem Buckel, aber an seiner Aktualität nichts eingebüßt. Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung durch Giftmüll, Kriegsführung mit Biowaffen, die zur Unfruchtbarkeit der meisten Frauen geführt hat, ein totalitärer Staat, der die noch fruchtbaren Frauen instrumentalisiert, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Eine düstere Zukunftsvision, die aber leider genügend Potential besitzt, um Wirklichkeit zu werden. Beeindruckend ist die Erzählweise, die den Leser ganz nah an die Protagonistin und ihre Gefühlswelt heranführt und so am Leiden des Einzelnen die ganze Brutalität des Unterdrückungsstaates verdeutlicht. Eben jener Schreibstil trötstet auch über die ein oder andere inhaltliche Länge hinweg. Geniestreich für mich ist das letzte Kapitel des Romans, über das ich jedoch nichts verraten möchte, um euch die Lesefreude nicht zu nehmen. Klare Leseempfehlung für jeden Fan dystopischer Romane.

Gerhard Falkner – Apollokalypse | abgebrochen
Und da haben wir auch mal wieder ein Buch, dass ich nicht zu Ende gelesen habe. Konnte mich der Schreibstil bei „Romeo oder Julia“ noch über die wirre Handlung hinwegtrösten, bleibt mir beim Vorgänger, der 2016 ebenfalls für den deutschen Buchpreis nominiert war, nicht einmal mehr das. Ich war gewillt darüber hinweg zu sehen, dass der erste Satz bereits das Wort „ficken“ enthält. Für mich kein Ausdruck von Eloqenz, aber bitte, wenn dies im gehobenen Lesekreis as tre chic angesehen wird und ein Versuch sein soll, das wilde Kreuzberg, das rebellische Berlin, die damals aufregendste Stadt der Welt darzustellen – plump und nicht originell, aber noch aushaltbar. Wenn der Autor aber nur wenige Sätze später wiederholt beweist, dass er das Wörtchen „sich“ noch nicht einmal nach grammatikalisch richtigen Maßstäben einsetzen kann, ist das für mich auch kein Stilmittel und erst recht keine auszeichnungswürdige Belletristik mehr. Ich habe dem Roman noch einige Seiten gegeben, dort setzte sich der grotesk schlechte Schreibstil jedoch genauso fort. Eine Zumutung, die mir keiner als Highlight deutscher Schreibkunst verkaufen soll. Das Leben ist zu kurz für solche Romane, also weg damit!

Oscar Wilde – The Duchess of Padua | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
Eines von Wildes weniger bekannten Theaterstücken und erst einmal nichts, das man dem irischen Schriftsteller zuordnen würden. Das musste ich Anna von „Ink Of Books“ natürlich erst einmal empfehlen, als sie uns über Twitter an ihrer Begeisterung für Oscar Wilde teilhaben ließ. Und habe selbst direkt einmal ein Reread gestartet und das Stück in kurzer Zeit noch einmal „weggesnackt“. Die Charaktere sind zwar sprunghaft und in ihrem Verhalten nicht unbedingt Sympathieträger und dadurch wirkt die Handlung ein wenig konstruiert. Die Parallelen zu Shakespeares Stücken sind ebenfalls offensichtlich und zeugen von nicht viel eigenem Ideenreichtum, aber die Schreibweise und Fabulierlust von Wilde machen einfach Spaß. Wie ich Anna schon sagte, ich möchte am liebsten jeden zweiten Satz zitieren. Daher für mich auf jeden Fall immer wieder ein Vergnügen.

Ian Doescher – Shakespeare’s The Force Doth Awaken: Star Wars Part the Seventh | ✪ ✪ ✪ ✪ ✪ [5 Sterne]
Zwar doch kein Kylo Ren in Pumphosen, aber ansonsten wie gewohnt Begeisterung auf voller Linie. Wer meine spontane Liebeserklärung anhand von nur einer Szene lesen möchte, dem sei dieser Weg hier empfohlen ;) Comments are love!

J.R.R. Tolkien – Beren und Luthien | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
Die wunderschön von Alan Lee illustrierte Ausgabe löst die „schönste Geschichte aus Mittelerde“ aus den anderen Sammlungen heraus, in denen sie bereits veröffentlicht wurde, und bietet einen umfassenden Überblick über Entstehungsgeschichte und die verschiedenen Varianten und Versionen, die „Beren und Luthien“ mit der Zeit durchlaufen hat. Jedes Detail und jeden Unterschied zu beleuchten mag zwar möglicherweise nur etwas für eingefleischte Fans sein, allerdings bietet die Ausgabe auf diese Art und Weise alles, was es zu dieser Geschichte zu wissen gibt. Sehr gelungen!

Edward Brooke-Hitching – Atlas der erfundenen Orte: Die größten Irrtümer und Lügen auf Landkarten | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
In den sozialen Netzwerken ist mir dieses „Büchlein“ aus dem Hause dtv schon des öfteren begegnet, in der StaBi Koblenz lags dann auf einmal ganz unglücklich auf dem Präsentierttisch und schwups war es schon in die Tasche gewandert. Zuhause habe ich dann erst einmal festgestellt, dass es ja gar nicht um fiktive Orte aus literarischen Werken ging (insert den Nix-Sehen-Affen here). Augen auf bei der Bücherauswahl, sag ich da nur! Nach dem ersten Schreck konnte ich mich aber schnell auf den Stil des Sachbuchs einlassen. Alphabetisch geordnet und mit zahlreichen Abbildungen versehen werden die unterschiedlichsten Orte vorgestellt, die man im Verlauf der Geschichte einmal für bare Münze genommen hatte. Spannende Entdeckergeschichten, Hochstapeleien von Betrügern und auch Ausflüge in die Mythenwelt. Dieses Buch bietet spannende Unterhaltung, man sollte es aber nicht in einem Rutsch lesen, sondern die vielen kleinen Geschichten in überschaubaren Häppchen genießen, damit sie ihre Wirkung entfalten können.

Jeanette Winterson – Der weite Raum der Zeit | ✪ ✪ ✪ ✪ ✪ [5 Sterne]
Nachdem ich „Das Wintermärchen“ im Dezember gelesen habe, hat es mich noch einmal zu der „Cover-Version“ hingezogen. Auch beim zweiten Lesen war ich wieder total begeistert. Warum, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

 

COMICS & GRAPHIC NOVELS

Daniel Lieske – Die Wormworld-Saga: Der Hort der Hoffnung (Kapitel 4+5) | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
Inhaltlich zieht sich der zweite Teil der Worlworld-Saga ein wenig, grafisch ist dieser Comic jedoch genauso ein Leckerbissen wie Teil 1.

Daniel Lieske – Die Wormworld-Saga: Das schwelende Unheil (Kapitel 6) & Schicksalhafte Begegnunen (Kapitel 7) | ✪ ✪ ✪ ✪ ✪ [5 Sterne]
Für Kapitel 6 und 7 bin ich einmal auf die digitale Form des Comic ausgewichen, um zu sehen, ob das ganze auch im ursprünglichen Webformat funktioniert. Technische Voraussetzungen sind nicht zu beachten, einfach die Sprache auswählen und loslesen. Das Fortlaufen in nur einem Bilderstrang ist für einen „Buchmenschen“ wie mich zwar erst einmal gewöhnungsbedürftig gewesen, aber ich kam mit der Zeit rein. Inhaltlich erwartet uns eine überraschende Enthüllung zu einem der Charaktere und der Schauplatz der beiden Kapitel, der sagenumwobene Königsberg, ist ein echtes Highlight.

Daniel Lieske – Die Wormworld-Saga: Der Kampf im Pilzwald (Kapitel 8+9) | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
Mit Band 4 bin ich wieder zur Buchform zurückgekehrt. Nach den Wirrungen auf dem Königsberg führt der Weg unserer Helden in den Pilzwald, wo schondie nächste Gefahr lauert. Ich liebe das Spiel mit Licht und Schatten und mit denFarben, was besonders gegen Ende sehr gut deutlich wird. Wehmutstropfen an der Sache ist, dass ich damit erst einmal am Ende der Geschichte angelangt bin, denn die Folgeteile sind noch nicht entstanden. Um seinen Comic zu realisieren, setzt Daniel Lieske auf Crowdfunding, das bisher leider nicht so viel eingebracht hat, dass es auf absehbare Zeit weitergehen wird. Trotzdem war der Ausflug in die Wurmwelt eine tolle Erfahrung, die mir eine sehr schöne, detailverliebte und aufwendige Art des Comic-Machens näher gebracht hat.

Reinhard Kleist – Der Traum von Olympia: Die Geschichte von Samia Yusuf Omar | ✪ ✪ ✪ ✪ [4 Sterne]
2008 läuft sie dank einer „Wild Card“ im 200-Meter-Rennen bei den Olympischen Spielen in Peking. Da die Trainingsbedingungen in ihrem Heimatland nicht gegeben sind und sie als weiblichen Sportlerin den lebensbedrohlichen Repressalien der Al-Shabaab-Miliz ausgesetzt ist, begibt sich Samia auf die gefährliche Flucht nach Europa. Der Traum, auch in London 2012 zu starten, endet mit ihrem Tod im Mittelmeer. In holzschnittartigen Bildern erzählt Reinhard Kleist („Der Boxer“) eindrucksvoll, jedoch ohne jeglichen Pathos eines von ungezählten Flüchtlingsschicksalen. Eine Geschichte, die bewegt. Nicht nur, weil sie nicht erdacht ist.

Alessandro Ferrari, Igor Chimisso & Matteo Piana- Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Der offizielle Comic zum Film) | ✪ ✪ ✪ [3 Sterne]
Tut,was ein Comic zu einem Film soll, bietet aber wie auch der Manga aus dem letzten Monat kaum nennenswerten Mehrwert.

Alessandro Ferrari, Igor Chimisso, Matteo Piana & Andrea Parisi – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Der offizielle Comic zum Film) | ✪ ✪ [2 Sterne]
Rey im falschen Kostüm, der ikonische Moment, in dem Kylo seine Maske abnimmt, einfach übergangen und manche zeichnerische Adaption des Schauspieleraussehens doch etwas gewöhnungsbedürftig – nicht alles an diesem Comic ist originalgetreu und gelungen. Nett für zwischendurch ist es aber allemal.

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